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Herbsttagung des BVZ: Kooperationen bringen viele (Wettbewerbs-)Vorteile

Kooperation war das Thema der öffentlichen Herbsttagung des Bundesverbandes Zierpflanzen (BVZ) am 26. Oktober in Münster. Mit Blick auf den Zukunftskongress Gartenbau im September dieses Jahres sagte Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), dass Pflanzen einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen müssten. 

Die Entwicklung von Kooperationspotenzialen im Zierpflanzenbau mit Vorlieferanten, anderen Produzenten und Abnehmern war der Schwerpunkt der Diskussionen unter den Delegierten des Bundesverbandes Zierpflanzen. Foto: BVZ

Den Wegfall der CMA habe niemand bedauert, aber die Produkte seien seitdem in der Öffentlichkeit weniger präsent, und die Einzelaktivitäten von Züchtern und Produzenten seien relativ teuer. Mertz kündigte eine Studie in Geisenheim zum Thema „Generische Werbung“ (produktunabhängig, von allen Betrieben finanziert) an.

Moderator Andreas Löbke von der Agentur Co Concept sagte, dass viele Gärtner eine Kooperation als Zeichen von Schwäche werten würden. Das Gegenteil sei aber der Fall – erfolgreich kooperierende Betriebe hätten Wettbewerbsvorteile, könnten Rationalisierungseffekte nutzen und gemeinsam neue Märkte erschließen. Basis einer Kooperation sei vor allem Vertrauen. Löbke nannte aber auch Risiken.

Von ihren Erfahrungen mit Kooperationen berichteten Garry Grueber („Proven Winners“), Frank Silze (Jungpflanzen), Thomas Viehweg („Hortarier“), Georg Welzel (Biogas) und Wolfgang Siebler („Stauden Forum“). Neben den Erfolgen kamen dabei auch einzelne Probleme wie das verstärkte Wahrnehmen von Eigeninteressen oder ein unterschiedliches Engagement für die Gruppe zur Sprache. Eine Kooperation biete nicht nur materielle Vorteile, sie fördere auch die persönliche Entwicklung und das unternehmerische Denken.

In drei Gruppen diskutierten die Teilnehmer anschließend über mögliche Kooperationsfelder mit Vorlieferanten, anderen Produzenten sowie Abnehmern. Eine Idee war ein „Runder Tisch“ mit Zulieferern beziehungsweise Verbänden des Handels, um gemeinsam das Image der Gartenbauprodukte zu verbessern – der BVZ will diese Idee aufgreifen. Dabei kam auch wieder die generische Werbung ins Spiel, die Meinungen hierzu reichten von „großer Wurf“ bis „kriegen wir nicht hin“.

ZVG-Präsident Mertz wies in seinem Grußwort am Samstag darauf hin, dass der Verband direkt nach der Bundestagswahl Gespräche mit Abgeordneten aufgenommen habe. Leider seien einige „Verbündete“ nicht mehr im Bundestag vertreten. Zu den Wünschen des ZVG gehöre ein eigener Kriterienkatalog plus Budget für den Gartenbau im Rahmen der landwirtschaftlichen Förderprogramme des Bundes. Der wichtigste Punkt sei aber die Einführung einer steuerlichen Risikorücklage.

In der internen BVZ-Delegiertenversammlung am Freitag blickten die Teilnehmer auf das schwierige Jahr 2013 zurück. Großen Anklang habe die neue ZVG-Nachwuchswerbekampagne für den Gartenbau gefunden, meldet der BVZ. Auf dem Programm standen außerdem drei Betriebsbesichtigungen. (dre)