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Hessen: keine Pestizide gegen Mäuse

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Das Bundesland Hessen will als Vorbild vorangehen und wird in der Zukunft auf den Einsatz von Pestiziden gegen Mäuse auf landeseigenen Flächen komplett einstellen. Das gab das Umweltministerium um Ministerin Priska Hinz kürzlich bekannt.  

Hessen will bei der Bekämpfung von Mäusen zukünftig auf den Einsatz von Pestiziden versichten. Foto: Sven Lachmann/ Pixabay

„Erhalt und Schutz der natürlichen Artenvielfalt“

Der Einsatz von Pestiziden gegen sämtliche Schädlinge ist nach wie vor ein heiß diskutiertes Thema, welches auch in der Gesellschaft geführt wird. Wie eine forsa-Umfrage kürzlich zeigte, lehnen rund 77 Prozent der Verbraucher den Einsatz von Pestiziden ab. Um mit einer Vorbildfunktion voranzugehen, habe sich die hessische Landesregierung dazu entschlossen, den Einsatz von Pestiziden zur Mäusebekämpfung auf landeseigenen Flächen einzustellen. „Wir haben uns als Landesregierung verpflichtet, den Pestizideinsatz in Hessen zu reduzieren und gehen auf landeseigenen Flächen mit gutem Beispiel voran. Gerade im Wald ist der Verzicht auf solche Gifte wichtig für den Erhalt und den Schutz der natürlichen Artenvielfalt. Deshalb haben wir uns nun gegen die Vergiftung von Kurzschwanzmäusen im Staatswald entschieden“, erklärte Umweltministerin Hinz in Wiesbaden.

Erhöhte Mäusepopulation zu erwarten

Die Entscheidung beruht auf jüngsten Erhebungen, die darauf hinweisen, dass eine erhöhte Population von Erd-, Feld- und Rötelmäusen in den hessischen Wäldern zu erwarten sei. Das Fressverhalten der Mäuse könne demnach besonders junge Bäume der nächsten Waldgeneration gefährden. Der Einsatz von Mitteln zur Nagetierbekämpfung (Rodentizide) stehe allerdings dem Ziel, dem Erhalt der Artenvielfalt im Hessischen Staatswald, entgegen. Zudem werde das Gift auch von natürlichen Fressfeinden der Mäuse, wie Mauswiesel, Hermelin, Greifvögel und Füchsen aufgenommen. „Wir haben uns dafür entschieden, bei Konflikten zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz der Biodiversität den Vorrang einzuräumen. So haben wir es in der Richtlinie zur Bewirtschaftung des Staatswaldes festgeschrieben, die wir gemeinsam mit Naturschutz-, Forst-, und Holzverbänden erarbeitet haben. Dieser Linie bleiben wir treu, auch wenn es die notwendige Wiederbewaldung an einigen Stellen schwieriger macht. Bislang sind allerdings nur auf einem kleinen Teil der Wiederaufforstungsflächen kritische Fraßschäden zu befürchten. Mit den Experten unserer Forstlichen Versuchsanstalt werden wir nach Alternativen suchen, um ohne Gifteinsatz und trotz der aktuellen Mäusevermehrung neuen klimastabilen Wald zu begründen“, betont die Ministerin.

Weitere Maßnahmen zur Pestizid-Reduktion

Neben der Entscheidung auf Pestizide gegen Mäuse zu verzichten, will Hessen auch durch Ausbau der ökologischen Landwirtschaft, sowie die hessische Glyphosat-Ausstiegsstrategie aktiv am Erhalt der Artenvielfalt mitarbeiten. Der pestizidfreie Ökolandbau solle demnach in den kommenden fünf Jahren bis 2025 auf 25 Prozent steigen. Im selben Zeitraum wolle man zudem den Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden und ähnlichen Wirkstoffen in der gesamten hessischen Landwirtschaft sowie in hessischen Wäldern, Gärten und auf Freiflächen beenden.

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