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Hessen wird „wild“: neue Idee für die Branche?

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Die unlängst gestartete Kampagne „Wildes Hessen?! – Mehr Vielfalt in Garten, Dorf und Stadt“ will Bürger, Vereine, Schulen, Kindergärten und Kommunen für die wilde Vielfalt in der Natur und vor der eigenen Haustür begeistern. Ein Thema, das auch dem Gartenbau entgegen kommt. Allerdings warnen grüne Verbände bereits jetzt vor einer „Verwilderung ohne Kontrolle“.

Die Kampagne „Wildes Hessen“ möchte die Menschen dazu bewegen, mehr „wilde Ecken“ in ihren Gärten zuzulassen. Foto: glueckskind123/Fotolia

Die Kampagne wurde im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Hessens entwickelt. Sie soll durch kleinräumige Verwilderungsprozesse im eigenen Garten, im Dorf oder in der Stadt Engagement für den Schutz und die Erhaltung dieser Vielfalt anregen. Eine Mitmach-Aktion ist das zentrale Element der Kampagne: Jede und jeder ist eingeladen, eine „wilde Ecke“ im Garten, Balkon oder auf dem Grundstück entstehen zu lassen.

Vielfalt erhalten: auch Unternehmen in der Pflicht

Für den Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt nehmen die Initiatoren aber auch Unternehmen in die Pflicht: Diese verfügten über viele Möglichkeiten, aktiv zu werden, heißt es. So berichten Vertreter verschiedener Unternehmen öffentlich von ihrem Engagement für biologische Vielfalt. Einige Unternehmen hätten zudem bereits eine Absichtserklärungen zur Übernahme von Artenpatenschaften unterzeichnet.

Von Vertretern der grünen Branche wird die hessische Kampagne als weiterer Schritt in die richtige Richtung gewertet. „Ich begrüße die Aktion des Landes Hessen in ihrem Ansatz, für den Erhalt der Pflanzenvielfalt in unserem Land mehr zu tun“, sagt beispielsweise Karl Zwermann, Präsident der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft DGG.

DGG: keine Verwilderung ohne Kontrolle

Aber: „Einer Verwilderung ohne Kontrolle kann ich nicht viel abgewinnen, da die Natur ohne Pflege nur schwer auf Dauer aufrecht zu erhalten ist.“ So gelte es etwa, invasive Pflanzen, die anderen den Lebensraum streitig machen, unter Kontrolle zu bringen, so Zwermann.

Warum die DGG mehr will als nur eine „wilde Ecke“, welche Erfahrungen sie mit mehreren erfolgreichen Praxisprojekten gemacht hat und wie gerade auch der Garten- und Landschaftsbau einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt in Gärten leisten kann, lesen Sie in der aktuellen TASPO 40/2015.