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Hiep: 2005 war wieder ein besseres Jahr

2005 war für den Gartenbau besser als das Vorjahr. Zwar hat es einige Dellen im Jahresverlauf gegeben, aber insgesamt stellt sich dieses Jahr als sehr positiv für alle Branchen dar. Dieses vorläufige Fazit zog Heinz Hiep, Vorsitzender des IPM-Beirates und Präsident des Landesverbandes Gartenbau Rheinland, während der Pressekonferenz zur IPM 2006 vergangene Woche.

Schon der Januar begann mild und sorgte für einen guten Absatz, sagte er in Essen. Februar und März waren durch Schneeeinlagen, wie so oft zur IPM, gekennzeichnet. Ab Mitte März verbesserte sich das Wetter und die Geschäfte liefen gut. So habe insgesamt das Frühjahr sehr gut für den produzierenden Gartenbau abgeschlossen, so Hiep. Beispielsweise verzeichneten Beetpflanzen ein Plus von fünf Prozent im Umsatz. Einzelne Artikel haben auch bessere Preise erzielt. Einige Saisonartikel standen stärker unter Preisdruck, vor allem die Massenware. Dagegen war im gehobenen Preissegment weniger Druck zu verspüren, sagte Hiep.

Zierpflanzen bescheinigte er insgesamt ein Umsatz-Plus von zehn Prozent für das bisherige Jahr 2005, Schnittblumen ein Plus von neun Prozent und blühenden Topfpflanzen ein Plus von zehn Prozent im Umsatz.

Daneben steht ein Plus von fünf Prozent bei der abgesetzten Menge. Das lässt hoffen, sagte Hiep, die Preise weiter zu stabilisieren. Gut angekommen sei vor allem verarbeitete Ware. Unter den Topfpflanzen verzeichnen die Orchideen zweistellige Steigerungen. Das könne natürlich nicht ewig andauern. Das Frühjahr war auch sehr gut für Zwiebelpflanzen. Blühende Topfware insgesamt habe sehr gut abgeschnitten.

Nicht so partizipieren wie der Fachhandel konnten der Lebensmittel-Einzelhandel und die Discounter. Das bedeutet, der LEH werde wohl auch umdenken müssen. Alleine große Mengen und billige Artikel auf den Markt zu werfen, reiche heutzutage nicht mehr aus. Auch sie müssten bewusster einkaufen, denn, so Hiep: „Billig haben wir genug!“

Der Pflanzenverbrauch in Deutschland sei gleich geblieben. Bei 50 Prozent Selbstversorgungsgrad bedeute das, dass ein Teil dessen, was importiert werde, sich auch hier zu Lande produzieren lasse. Betriebe sollten hier einmal genauer überlegen, welcher das sein könnte.

Für den Export berichtete er, dass vor allem die Ausfuhr nach Österreich sich gut entwickelt habe. Zweistellige Zuwachsraten im Jahr 2005 seien

zu erwarten. Den Export betreffen immer noch nur wenige Pflanzenarten, zunehmend die Gehölze und die Freiland-Herbstware wie beispielsweise Moorbeetpflanzen nach Skandinavien.

Nach einem guten Frühjahr zeigt sich das zweite Halbjahr schwerer, sagte Hiep. Momentan stehen Herbstpflanzen unter Druck, weil der Sommerflor wegen des Wetters sehr gut halte. Aber auch die Züchtungsarbeit habe dazu beigetragen, dass Sommerblumen sehr lange beim Verbraucher halten.

Der Weg in die Zukunft zeige weiterhin Schwierigkeiten. Die Rahmenbedingungen hätten sich nicht unbedingt verbessert. Vielmehr habe sich die Energie weiterhin verteuert, aber davon seien auch die Nachbarländer betroffen. Die Gärtner sollten alle Möglichkeiten, alle Innovationen nutzen, und vor allem darauf achten, ein breites Sortiment zu behalten. Es könnten nicht alle nur in kalte Kulturen investieren. Mit Blick auf das Staudenangebot warnte er vor weiterer Ausbreitung. Es habe sich bereits sehr stark ausgeweitet, so dass die Gefahr der Überproduktion bestehe. Benötigt werde ein Kultur-Mix statt einer Verarmung des Sortiments. Aber die Situation bleibe schwierig, denn man könne nicht einfach die Energiepreise durchreichen, vor allem wenn der Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auch noch angehoben wird. Dann ist jeglicher Spielraum verloren und die Lage wird kritisch, sagte Hiep.