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Hiep: Preise und Energie entscheiden die Zukunft

Deutlich für die Beibehaltung des Absatzfondsgesetzes sprach sich Heinrich Hiep, Präsident des Landesverbandes Gartenbau Rheinland, aus. Ohne ein gemeinschaftliches Marketing und eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit gehe es nicht, sagte er. Hier habe die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) die entscheidenden Impulse für den gesamten Markt gegeben. Die Politik sei gefordert, das Gesetz so auszugestalten, dass es seine Aufgabe erfüllen kann und rechtskonform ist. Die Bundesregierung sei gefordert, das Gesetz der alten Bundesregierung zu korrigieren. In der letzten Gesetzesnovellierung sei der Einfluss der Beitragszahler zurückgedrängt worden. Und genau diese Tatsache sei einer der Hauptkritikpunkte in dem bekannten Urteil, sagte Hiep. Für die künftige und hoffentlich positive Entwicklung im Rheinland sieht er in den nächsten Jahren drei Faktoren von entscheidender Bedeutung: die Preisentwicklung, die Energiekosten und die Versorgung mit Saison-Arbeitskräften. Um Preise zu beurteilen und festsetzen zu können, sind zunächst die Kosten zu kennen. Hieran fehle es leider noch in vielen Betrieben. Das Kostenbewusstsein zu sensibilisieren, sei deshalb eine wichtige Aufgabe. Zum Thema Energie sei festzuhalten, dass die Kosten in den Niederlanden immer noch günstiger sind als im Rheinland. Vielmehr aber ist die allgemeine Ohnmacht dem Energieversorger gegenüber zu spüren. Versprochen wurden liberalere Märkte bei Strom und Gas, mehr Konkurrenz und mehr Chancen. Das Gegenteil ist eingetreten. Der Einsatz alternativer Energien ist für manche Betriebe ein Ausweg, der aber nur über direkte oder indirekte Subventionen funktioniert. Auch die verschiedenen Bundesmaßnahmen für Pilotanlagen könnten neue Wege aufzeigen. Ob allerdings die Betriebe über die nötige Finanzkraft verfügen, entsprechend zu investieren, bleibe die große Frage. Wer in den nächsten Jahren die Energieproblematik in seinem Betrieb nicht in den Griff bekommt, werde es in Zukunft sehr schwer haben, betonte er. Den Umstieg auf energiearme Kulturen wird keine Lösung sein, da die Marktrisiken extrem sind. Es muss die Energieeffizienz erhöht werden, und dies kann nur möglich sein, wenn in größerem Stil ältere Gewächshausanlagen ersetzt werden. Ebenso wichtig ist die Versorgung mit Saison-Arbeitskräften für die Zukunft der Betriebe. Die Politik muss dafür Rahmenbedingungen aufstellen, damit die erforderliche Arbeitskraft tatsächlich zur Verfügung steht. Für Nordrhein-Westfalen ein Dauerbrenner sind die Landesgartenschauen. Die nächste Laga ist für 2008 nach Rietberg vergeben. Für die Folgejahre 2011 und 2014 können sich interessierte Städte bis März nächsten Jahres melden. „Wir hoffen auf ein so großes Interesse, dass künftig Lagas in zweijährigem Rhythmus wieder möglich werden, sagte Hiep. Darauf konnte der Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Helmut Linssen, der in Meerbusch Gast war, direkt antworten. Er tat dies mit einer langen Erklärung zur Haushaltslage und zu den Schulden des Landes. Und musste zum Schluss einräumen, dass zunächst das Abtragen des Schuldenbergs Priorität habe. Deshalb gab Linssen den Gärtnern den Rat, mit einem dreijährigen Turnus erst einmal zufrieden zu sein.