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Hier kommt Salat in die Tüte: Bonduelle weiht Erweiterungsbau in Straelen ein

Frische Salate vom Feld in den Beutel, gewaschen, geschnitten und verzehrfertig: So wirbt Bonduelle für seine erfolgreichen Mischungen, die im Salatwerk in Straelen hergestellt werden. Von 5.000 auf 9.000 Quadratmeter wächst jetzt das Produktionswerk und will seine Kapazität auf 10.000 Tonnen im Jahr erhöhen. Salat- und Gemüsespezialist Bonduelle hat sechs Millionen Euro in Straelen investiert und den ersten Bauabschnitt jetzt feierlich eröffnet. 

„Die größte Investition des Familienunternehmens in Europa“, bekräftigte Jens Vogler, Direktor Frische bei Bonduelle, die Bedeutung. Er sehe gute Chancen und Potenziale im Bereich Gemüse, Salate, vegetarische Ernährung und Proteine. Daneben bleiben die Trends zu leckerem, besonderen Essen und zu Convenience erhalten. Wer nach Frankreich und die Niederlande schaue, erkenne die weiteren Potenziale, sagte er.

Seit zehn Jahren besteht das Werk und verarbeitet rund 5.000 Tonnen Salat allein aus Deutschland, 100 Prozent Niederrhein, aus Freiland, unter Folie und Vlies. Die Saison verläuft von Anfang April bis Mitte November, im Winter liefern Vertragsgärtner in Spanien, Italien und Frankreich zu. „Noch bis zum 25. November haben die Produzenten rund um Straelen frischen Salat aus dem Freiland geliefert. Kurze Wege, Flexibilität und Verlässlichkeit der Partner, das sind auch die Gründe für das klare Bekenntnis zum Standort“, unterstrich Bonduelle-Werksleiter Heiner Opdenfeld bei der Einweihungsfeier.

Im Endausbau des Werkes sollen etwa 8.000 Tonnen Salat aus deutschem, regionalem Anbau kommen. Alle Ware läuft ausschließlich über den Vermarkter Landgard, der auch am Aufbau des ersten Werkes vor zehn Jahren beteiligt war. Rund 15 Kernlieferanten gibt es sowie weitere, die auch aus den Randsortimenten zuliefern. Aus Deutschland kommen auch die recht jungen Arten wie die Asia-Salate Tatsoi, Mizuna oder als Schnittsalat Mesclun, oder auch junger Spinat, dazu Petersilie, Schnittlauch.

Sie werden aus einem Radius von maximal 50 Kilometern zugestellt, an jedem Wochentag, auch sonntags angeliefert. Kurze Transportwege bedeuten auch besondere Frische. Eingangsqualitätskontrollen, Rückstellproben und mikrobiologische Untersuchungen, sensorische Tests sind jedoch bei Bonduelle obligatorisch. Sie bedienen wiederum den deutschen Einzelhandel von Aldi über Rewe bis Edeka sowie den Gastronomie-Bereich.

Das bedeutet auch, deren jeweiligen speziellen Anforderungen, teilweise strenger als gesetzlich vorgeschrieben, zu genügen. Insbesondere im Bereich Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Mit eigenen Anbauberatern und über die Landgard werden die Produzenten daraufhin beraten und geschult. Außerdem stehen alle Beteiligten in engem Kontakt, was die Anbaumengen, Sorten, Sätze, Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln sowie die Anlieferungsmengen betrifft. Dafür erhalten die Produzenten im Vertragsanbau auch garantierte Abnahmemengen und -preise.

Im Werk herrscht penible Hygiene, Temperaturen von vier Grad. Die Salate werden geschnitten, mit ein Grad kaltem, normalem Trinkwasser gekühlt und gewaschen, gemischt, gewogen und eingetütet. Dabei wird Stickstoff eingefüllt und Sauerstoff verdrängt, der Salatmix wird haltbar. Dem Handel garantiert Bonduelle sechs Tage Restlaufzeit.

Über 50 Millionen Beutel kann das Salatwerk so zubereiten. Themen wie Bio-Salate oder Salat aus der Region wurden bisher diskutiert, aber noch nicht umgesetzt. Geplant ist jedoch, weitere Sorten und Arten, vor allem die jungen Blätter mit feiner Struktur und besonderem Geschmack, ins Angebot aufzunehmen. Das erfordert dann auch weitere Investitionen in die Förderbandtechnik. Und ein Blick in die Nachbarländer dürfte auch neue Absatzmärkte eröffnen.

Der Landrat des Kreises Kleve, Wolfgang Spreen, unterstrich die Bedeutung des Anbaugebietes Niederrhein. Deshalb sei die Region beiderseits der Grenze von der Europäischen Union auch als größte Agropole-Region anerkannt worden. Sie biete Infrastruktur, gelernte Arbeitskräfte und Absatzgebiete direkt vor der Tür. (fri)