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Historische Gärten sollen zukunftsfähig gemacht werden

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Im Schlossgarten Schwetzingen hat sich ein Team gebildet, um die durch den Klimawandel bedrohten historischen Gärten Baden-Württembergs zukunftsfähig zu machen. Gefördert wird das Projekt der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg durch Mittel der Toto-Lotto GmbH.  

Das Team in Schwetzingen: Prof. Dr. Hartmut Troll, Peter Karasch, Michael Hörrmann, Trüffelhund Snoopy und Sandra Moritz. Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Klimawandel bedroht historische Gärten

In den historischen Gartenanlagen von Schwetzingen, Rastatt-Favorite und Weikersheim ist der Klimawandel deutlich zu spüren, denn den zum Teil 200 bis 300 Jahre alten Solitären und Baumgruppen habe er enorm zugesetzt. Die traditionsreichen Baumarten wie Rotbuche und Eiche leiden besonders unter Trockenheit und Hitze und sind extrem bedroht. Zunehmend sterben ganze Bäume ab. Vom Schlossgarten Schwetzingen ausgehend soll das jetzt startende Projekt die Grundlagen liefern, um dann gezielte Maßnahmen für die denkmalgerechte Erhaltung der historischen Gärten in ihrem überlieferten Erscheinungsbild treffen zu können. „Um zu verstehen, wie wir den Schlossgärten helfen können, brauchen wir erst einmal eine umfassende Bestandsaufnahme. Nur so lassen sich Strategien dafür entwickeln, die es uns möglich machen, ein Gartenkunstwerk wie den Schlossgarten Schwetzingen für die nächsten Generationen zu ertüchtigen“, fasst Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zusammen.

Trüffelhund kommt bei Monitoring zum Einsatz

Das Projekt sei in dieser Form innovativ und einzigartig, da neben Gefäßpflanzen und Insekten, auch erstmalig die Pilze in die Untersuchung mit einbezogen werden. Der Begriff Mykorrhiza bezeichnet die Gemeinschaft, in der Baum und Pilz oftmals leben. Beide seien aufeinander angewiesen und haben Probleme, allein zu überleben. Sind Großpilze Partner dieser Symbiose, nennt sich die Gemeinschaft Ektomykorrhiza. Zu den Ektomykorrhizapilzen gehören auch unterirdisch wachsende Pilze wie die Sommertrüffel. Daher kommt bei dem gestarteten Monitoring auch ein Trüffelhund zum Einsatz, der mit seiner sensiblen Nase besondere Pilzvorkommen aufspüren könne. Nach Abschluss der Monitoring-Studie wollen die Fachleute der Staatlichen Schlösser und Gärten in der Lage sein, die Bedingungen für Mykorrhizapilze und damit für die Altbäume gezielt zu verbessern, und bei Nachpflanzungen von Anfang an diese so wichtige Symbiose von Bäumen und Pilzen zu fördern.

Förderung durch Mittel der Glücksspirale

„Ein Trüffelhund ist ganz gewiss nichts Alltägliches. Dass er jetzt zum Einsatz kommt, um die Biodiversität im Schwetzinger Schlossgarten zu untersuchen, zeigt auf erstaunliche Weise, wie vielseitig und komplex Denkmalschutz sein kann“, zeigt sich Lotto-Geschäftsführer Georg Wacker beeindruckt, der mit der Staatlichen Toto-Lotto GmbH das Projekt finanziell unterstützt. Mit insgesamt 240.570 Euro, die aus nicht abgeholten Gewinnen der Glücksspirale stammen, erstreckt sich die Förderung über zwei Jahre.

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