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Hitzesommer: Wasser im Gartenbau wird knapp

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Sitzt der Gartenbau bald auf dem Trockenen? Durch die anhaltende Hitze und geringen Niederschlagsmengen sind in vielen Betrieben jedenfalls schon jetzt die Wasserreserven knapp und die Stimmung entsprechend angespannt, wie die Gartenbau-Versicherung (GV) meldet.

Laut GV muss der Gartenbau seine Wasserspeicherkapazitäten deutlich erhöhen, um im Sommer weiterhin ausreichend bewässern zu können. Foto: GV

Ganz Deutschland von extremer Trockenheit betroffen

Becken zur Wasserentnahme sowie Teiche für die Bewässerung sind demnach bereits vielerorts leer, und auch viele Brunnen versiegen derzeit. Weil viele Wasserwerke angesichts der anhaltenden Trockenheit dazu übergehen, den Wasserdruck zumindest teilweise zu drosseln, gestaltet sich die verstärkte Nutzung von Stadtwasser als Alternative für den Gartenbau ebenfalls schwer – Beregnungsanlagen fehlt dadurch der nötige Wasserdurchfluss und Zisternen oder Stahlhochbehälter lassen sich nicht schnell genug wieder auffüllen.

Betroffen von der extremen Trockenheit sind laut Gartenbau-Versicherung mit Ausnahme des Alpengebiets sämtliche Regionen Deutschlands. Am schlimmsten ist die Lage demnach im Norden und in Teilen Ostdeutschlands. Die regenarme Periode von Anfang April bis Anfang Juli habe laut Deutschem Wetterdienst zwischen Magdeburger Börde und Rügen zu einer „extremen Dürre“ geführt, eine „schwere Dürre“ herrscht demnach in Regionen östlich der Weser und südlich der Donau.

Extreme Sommer bleiben keine Ausnahme

Zusätzlich verschärft hat sich die Situation Ende Juli durch den Zustrom subtropischer Luftmassen und die daraus folgende extreme Hitze. Die schlechte Nachricht: Laut Wetterexperten bleiben Sommer wie der aktuelle mit ausgeprägten Hitze- und Dürreperioden – mitunter auch gepaart oder im Wechsel mit sintflutartigen Starkregenfällen und Überschwemmungen – nicht mehr die Ausnahme.

Verantwortlich dafür ist der Klimawandel, denn durch die Erwärmung der Erde fallen die Sommer hierzulande zunehmend trockener als in der Vergangenheit aus – selbst, wenn die beteiligten Staaten das Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015 realisieren sollten. Dessen Ziel ist, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Nach den derzeitigen Zusagen der beteiligten Länder ist jedoch mit einer Erwärmung um drei Grad Celsius zu rechnen, wie die Gartenbau-Versicherung schreibt.

„Gartenbau muss verstärkt Vorkehrungen treffen“

„Was unsere sehr witterungsabhängige Gartenbau-Branche anbelangt, müssen wir uns auf diese Situation einstellen und verstärkt Vorkehrungen treffen“, so die Gartenbau-Versicherung. Ihr dringender Rat deshalb: noch stärker als bisher für ausreichende Wasserspeicherkapazitäten sorgen. „Die meisten Betriebe sind hier bereits sehr risikobewusst und fortschrittlich aufgestellt. Regenrückhaltebecken, Stahlhochbehälter oder Zisternen sind ebenso wie die Nutzung geschlossener Wasserkreisläufe bereits in vielen Betrieben Standard“, erklärt die GV.

Allerdings, so zeige der aktuelle Sommer, reichen die bestehenden Speicherkapazitäten oft nicht aus. „Niederschlagsreiche Zeiten müssen daher noch stärker als bisher für die Bereitstellung von Wasserreserven im Sommer genutzt werden. Über das Jahr gerechnet verändert sich die Niederschlagssumme nämlich aktuell nicht“, so die Gartenbau-Versicherung.

GV prüft Ausweitung des Versicherungsschutzes

Für Pflanzenschäden, die durch trockenfallende Brunnen, aufgebrauchte Wasservorräte und zu geringe Leitungsquerschnitte für die benötigte Wassermenge entstehen, besteht derzeit noch kein Versicherungsschutz. Die Gartenbau-Versicherung prüft deshalb aktuell nach eigenen Angaben, ob und unter welchen Voraussetzungen auch für das Wetterereignis „Dürre“ künftig Versicherungsschutz bereitgestellt werden kann.

Das Wetterereignis „Starkregen“ hatte die GV bereits Anfang 2017 versicherungstechnisch neu geregelt und Niederschlagsmengen festgelegt, die von Anbauflächen im Freiland ohne Kulturschäden bewältigt werden müssen.

Bereits versicherte Pflanzenschäden

Pflanzenschäden, die durch einen unvorhergesehenen Schaden an der Bewässerungsanlage – etwa durch Rohrbruch oder einen plötzlichen Ausfall der öffentlichen Wasserversorgung – entstehen, können dagegen über die Produkte der Gartenbau-Versicherung versichert sein. Für Freilandkulturen greift dann das Versicherungsprodukt Hortisecur F, für Unterglaskulturen ist im Rahmen von Hortisecur G eine sogenannte „Verderbschaden-Versicherung“ Voraussetzung.