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Hochwasser im Garten: Tipps der Bayerischen Gartenakademie

Vielen Gartenbesitzern – vor allem von Klein-, Kraut- oder Feldgärten in Fluss-Auen – sind überflutete Gärten nicht fremd. In vielen Kulturen galten Überschwemmungen sogar als segensreich, weil das Wasser fruchtbare Erde mitbrachte. Eine Überschwemmung bedeutet aber in heutiger Zeit ein unkalkulierbares Risiko, das viele Fragen aufwirft. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erreichten daher unzählige Anfragen zum Thema Hochwasser im Garten und zu den Auswirkungen des starken und anhaltenden Regens. 

Hier eine Zusammenstellung wichtiger Fragen und Antworten:

Was ist nach dem Abzug des Wassers zu tun?
Eine der ersten Maßnahmen nach dem Hochwasser ist das Abbrausen schlammbedeckter Pflanzen mit klarem Wasser. Die Pflanzen sind am besten schon mit der zurückgehenden Flut abzuspülen, wenn die Pflanzen noch feucht sind. Den durchnässten Boden nur dann betreten, wenn unbedingt nötig. Ein zu frühes Betreten oder Befahren führt zu Schäden in der Bodenstruktur. Das Wasser sollte gut und möglichst schnell abfließen können. Sobald die Erde etwas abgetrocknet ist, sollte angeschwemmtes Treibgut, wie Müll, Holz und Steine entfernt und verkrustete und verschlämmte Erde aufgehackt werden. Den Boden daher zwei- bis dreimal lockern und dazwischen immer wieder abtrocknen lassen. Durch die Bodenbearbeitung trocknet der Boden schneller ab, so dass wieder Luft an die Pflanzenwurzeln gelangen kann. In vernässten Böden, sterben die Wurzeln und mit ihnen die Pflanzen. Den Boden auch nach Stark- und Dauerregen pflegen.

Was macht man mit Sedimenteintrag?
Wasser hat Kraft und trägt je nach Strömung Erde ab und lagert sie an anderer Stelle an. Die Sedimente beziehungsweise Ablagerungen bestehen meist aus sehr feinem Material. Sobald es trocknet, wird es fest und erstickt die Pflanzen. Feinsedimentauflagen von zwei bis drei Zentimeter Höhe bedürfen keiner Behandlung. Sie werden einfach so schnell wie möglich in den Boden eingearbeitet und die Pflanzen dabei freigelegt. Sedimentauflagen ab fünf bis zehn Zentimeter Stärke aus Sand sollten mindestens teilweise entfernt oder verteilt werden.

Schadstoffe durch Hochwasser?
Zuerst sollte bewertet werden, ob im Zulauf ein Siedlungs- oder Industriegebiet überflutet wurde. Dann kann nicht ausgeschlossen werden, dass schädliche Stoffe, wie Schwermetalle und Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) im Wasser mitgeführt wurden.
Bei Ölverschmutzungen oder Verdacht auf Schadstoffeintrag an die ortsansässigen Wasserwirtschaftsämter und Naturschutzbehörden wenden. Dort ist zu erfahren, ob mit Umweltschäden zu rechnen ist. Der Boden kann auch in Bodenlaboren auf Umweltbelastungen untersucht werden. Allerdings sind verlässliche Analysen auf Schwermetalle, organische Öle und Paks (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) kostspielig.
Die Erfahrung aus vergangenen Hochwasserereignissen hat gezeigt, dass nur in seltenen Fällen mit Beeinträchtigungen durch Schadstoffe zu rechnen ist. Bedenklich scheint ein Ölfilm auf der Erde, doch Naturschutzbehörden weisen darauf hin, dass sich in diesem Fall der Boden durch Bodenbakterien selbst regenerieren kann. Die MKW-Gehalte (Mineralöl) können im Laufe von wenigen Wochen deutlich zurückgehen, wenn die oberste Erdschicht intensiv durchmischt und durchlüftet wird. Dabei solle der Boden nicht austrocknen, denn die Bakterien arbeiten nur im feuchten Milieu. Nur bei größeren Ölverschmutzungen sei ein Bodenaustausch nötig.

Hinweise zur Bodenprobenahme und Bodenuntersuchung stehen auf der Website der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau als PDF zum Download bereit.

Dort zu finden sind auch der GartenCast – Gartentipps zum Hören sowie der Gemüseblog zum Veitshöchheimer Gemüse-Schaugarten. Weitere Fragen werden außerdem am Gartentelefon unter 09 31–98 01–147 beantwortet oder per E-Mail: bay.gartenakademie(at)lwg.bayern.de. (ts/lwg)