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Hochwasserschutz: Gartenbau wartet ab

Lange nicht so heftig wie die Landwirte diskutiert der Gartenbau über das neue Hochwasserschutzgesetz, für das der jüngste Kompromissvorschlag des Vermittlungsausschusses zwischen Bundestag und Bundesrat inzwischen den Weg geebnet hat. Erst abwarten, welche Flächen zusätzlich als Überschwemmungsgebiete ausgewiesen werden, heißt es aus verschiedenen Landesverbänden. Inwieweit Gartenbaubetriebe aus seinem Verband betroffen sind, kann Jörg Fleischhacker vom Landesverband Gartenbau in Baden noch nicht beurteilen. „Bislang liegen die Daten, welche Flächen statistisch alle 50 oder 100 Jahre von einem Hochwasser betroffen sein können, nur den Wasserwirtschaftsbehörden vor.“ Somit ließen sich auch noch keine Aussagen über das Ausmaß der Betroffenheit machen. In Sachsen regelt schon lange ein Wassergesetz den Hochwasserfall, denn das Land „werde regelmäßig von Hochwasser heimgesucht“, sagt Dr. Ingolf Hohlfeld, Referent für Gartenbau im sächsischen Agrarministerium. Insbesondere sind Maßnahmepläne zu erarbeiten. Darin sind beispielsweise Maßnahmen wie Ringdeiche um Dörfer oder Polder aufgeführt. Das neue Gesetz enthalte keine konkreten Auflagen für den Gartenbau, gebe dem Hochwasserschutz aber mehr Gewicht als vorher. Zurzeit laufe ein Modellprojekt zur Aufforstung im Hochwasserentstehungsgebiet der Weißeritz, ein zweites sei für die Mulde geplant. Nach dem Bestandsschutz für bestehende bauliche Einrichtungen seien die Gartenbaubetriebe in den Überschwemmungsgebieten rechtlich geschützt. Der Betrieb von Ölheizungen sei in Überschwemmungsgebieten nicht verboten, es werde aber empfohlen, die Tanks in zwei Meter Höhe aufzuständern.