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Vernonia noveboracensis: der „Weiße Blitz“ im Staudenbeet

Es war vor etwa 60 Jahren, als ein deutscher Leichtathlet – Heinz Fütterer aus Illingen im Landkreis Rastatt – als „Weißer Blitz“ bezeichnet wurde. Ein weißer Blitz (englisch: lightning) macht nun auch im Staudensortiment von sich reden. ‘White Lightning’ heißt eine der vier Neuheiten 2014 bei Jelitto Staudensamen in Schwarmstedt. 

Als Erscheinung der besonderen Art bezeichnet: Vernonia noveboracensis ‘White Lightning’, der „weiße Blitz“. Foto: Jelitto

Sie zählt zur Gattung Vernonia (Scheinaster). Ihr Artname ist nicht ganz einfach zu schreiben und auszusprechen: noveboracensis! ‘White Lightning’ sei eine „Vernonia-Erscheinung der besonderen Art“, heißt es in einer Mitteilung des Schwarmstedter Unternehmens. Die farbgetreu fallende Samensorte ‘White Lightning’ zeichne sich durch auffallende „Schwärme wolkig weißer Blütendolden“ aus. Schmuckwert haben auch die dekorativen rostfarbenen Samenstände.

Herausgestellt wurde außerdem die Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Zugleich biete Vernonia noveboracensis viel Futter für Bienen, sei somit eine ergiebige Bienenweide. Keine großen Ansprüche stelle diese Pflanze an ihren Standort.

Außer als Gartenpflanze eignet sich Vernonia noveboracensis ‘White Lightning’ laut der Firmenangabe auch für Schnittzwecke. Ob sie sich in den Kreis der für den Freilandschnittblumenanbau geeigneten Pflanzenarten einreiht, sollte geprüft werden.

Die weißen bis cremefarbenen Blütendolden dieser Asteraceae erscheinen hauptsächlich im Spätsommer und frühen Herbst, also von August bis in den November hinein. Darauf ist wohl auch die Bezeichnung Scheinaster zurückzuführen.

Die Blätter sind lanzettlich, schwertförmig, unterseits leicht behaart. Der Habitus wird in der von Jelitto Staudensamen herausgegebenen Beschreibung als „aufrecht/horstig/strauchig“ bezeichnet. Wuchshöhe (mit Blüten) etwa zwei Meter. Damit überragen die Vernonien die meisten anderen Stauden deutlich. Aufgrund der Höhe und Größe dieser Pflanzen bietet sich Verwendung als Solitärs an.

Vernonia noveboracensis wünscht humus- und nährstoffreiche Böden mit pH-Werten im leicht sauren bis neutralen Bereich (pH-Wert 6,2 bis 7,2). Vorteilhaft sind sonnige bis halbschattige Standorte. Da diese „weißen Blitze“ ausreichend Platz brauchen, werden 80 Zentimeter Pflanzenabstand empfohlen.

Vernonia noveboracensis kann laut Jelitto jederzeit ausgesät werden. Von der Aussaat bis zur Keimung dauere es vier bis sechs Wochen, weitere vier bis sechs Wochen dann von der Keimung bis zum Pikiertermin. Auf sechs bis acht Wochen wurde der Zeitraum vom Pikieren bis zum Topfen beziffert. Der bei manchen Stauden empfehlenswerte Rückschnitt zum Zeitpunkt des Topfens sei hier nicht nötig.

Was die Aussaat angeht, so wurde der Saatgutbedarf auf drei Gramm je 1.000 Pflanzen beziffert (Tausendkorngewicht des Samens: 1,2 Gramm). Bei Verwendung von 72er-Platten empfiehlt man vier bis fünf Samenkörner pro Zelle. Beim Topfen kommen ein oder zwei Jungpflanzen in einen 11/12er-Container. Wird direkt in die Töpfe gesät, so ist der Saatgutbedarf höher als die genannten drei Gramm je 1.000 Pflanzen.

Vernonia ist eine Gattung aus der Familie der Asteraceae (Korbblütler). Die weitaus meisten der etwa 20 Arten dieser Gattung, so auch die Vernonia noveboracensis, sind in Nordamerika beheimatet, hier vor allem in Bundesstaaten aus dem Osten der USA. Dies erklärt die volkstümliche Bezeichnung New York-Scheinaster. Benannt wurde Vernonia nach William Vernon, einem englischen Botaniker aus dem 18. Jahrhundert. Er hatte entsprechende Teile Nordamerikas bereist.

An ihren Heimatstandorten in Nordamerika gedeihen die Vernonia noveboracensis vor allem auf feuchten Böden, oft auch auf Wiesen oder Sümpfen am Rand von Wäldern. Sie haben dort in der Regel bläuliche Blüten. Angesichts ihrer Herkunft aus der nordamerikanischen Flora werden die Vernonien gelegentlich für sogenannte „Präriegärten“ empfohlen, kombiniert mit anderen Hochstauden sowie passenden Gräsern. (eh)