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IG BAU: Erntehelfer vor Infektionen schützen

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Mitten in der Corona-Krise starten in Deutschland gerade die Pflanz- und Erntezeiten. Gartenbau- und landwirtschaftliche Betriebe sind daher in den häufigsten Fällen auf Erntehelfer angewiesen. Die Agrargewerkschaft IG Bau forderte Arbeitgeber jetzt dazu auf, für umfassenden Schutz vor Infektionen, insbesondere mit Covid-19 zu sorgen.

Die Gewerkschaft IG BAU forderte Unternehmen auf, für besseren Infektionsschutz für Erntehelfer zu sorgen. Foto: Jai79 / Pixabay

Pflanz- und Erntezeiten gestartet

Arbeitgeber in der Landwirtschaft müssen sich demnach ihrer Verantwortung für ihre Beschäftigten in der Corona-Krise vollständig bewusst sein. Auch für Erntehelfer müsse somit der Schutz vor Infektionen mit Covid-19 an erster Stelle stehen. „In der Landwirtschaft starten jetzt die wirtschaftlich wichtigen Pflanz- und Erntezeiten. Das sind Naturvorgaben, die sich nicht verschieben lassen. Diese Arbeiten sichern unsere Versorgung mit Nahrungsmitteln. Es ist selbstverständlich, diese Arbeiten weiter aufrechtzuerhalten, wenn die Versorgung sichergestellt werden soll“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Harald Schaum.

Bedingungen für Erntehelfer teilweise unzumutbar

Die Aufrechterhaltung der Pflanz- und Erntearbeiten gerät allerdings mit dem Schließen der Grenzen und den Einreiserestriktionen zunehmend in Gefahr. „Mit dem Ausbleiben vieler Erntehelfer aus Osteuropa gerät dieses Ziel in Gefahr. Das Wegbleiben der Saisonkräfte hat zwei Ursachen. Zum einen kommen viele Arbeitskräfte wegen der Grenzschließungen der Transitländer nicht mehr nach Deutschland. Hier ist die Politik aufgefordert, auf oberster Ebene eine schnelle Lösung herbeizuführen. Zum anderen sorgen sich die Menschen aber auch vor Ansteckung. Das ist nicht verwunderlich. Schon vor der Corona-Krise blieben in vielen Betrieben Helferinnen und Helfer fern, weil die Zustände dort unhaltbar waren. Massenunterbringung auf viel zu engem Raum und heruntergekommene sanitäre Einrichtungen machten Saisonkräften auch schon ohne Infektionsrisiko zu schaffen. Unter solchen Bedingungen ist die Gefahr einer Ansteckung mit Covid-19 sehr hoch. Da bleiben viele lieber zu Hause. Die Vorstellung, dass Menschen aus Deutschland, deren Betrieb derzeit geschlossen hat, diese Lücke füllen könnten und sich dem hohen Infektionsrisiko aussetzen ist nicht nur unverantwortlich, sondern geradezu weltfremd“, erklärt Schaum weiter. 

Vermeidung von Infektionen durch bessere Bedingungen

Die Unterkünfte für Saisonarbeitskräfte seien nicht selten Mehrbettzimmer oder mit mehreren Personen geteilte Wohncontainer. Die Verpflegung geschehe in der Regel in Gemeinschaftsküchen oder Kantinen. Auf den Feldern stünden wenige Toiletten für eine hohe Zahl von Beschäftigten zur gemeinsamen Verfügung. Ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen sei so Erntearbeit niemandem mehr zumutbar, weder für übergangsweise freigestellte Beschäftigte aus dem Inland noch für osteuropäische Saisonarbeiterinnen und Saisonarbeiter, kritisiert die Gewerkschaft in ihrer Meldung. Daher fordere die IG BAU Unternehmen dazu auf, die hygienischen Bedingungen in der Unterbringung und auf den Feldern energisch zu verbessern. Zudem fordere man von Behörden umfassende Kontrollen. Beschäftigte, die die Erntearbeit in dieser Zeit auf sich nehmen, müssen laut Mitteilung zudem eine spürbare Erschwerniszulage erhalten.

Weitere Informationen zur Corona-Krise finden Sie bei uns unter dem Newstag „Coronavirus“.  

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