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Köln: würdevolles Grab für Obdachlose

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Bis Ende der Neunziger Jahre wurden Obdachlose Kölner – auch gegen ihren Willen – anonym beerdigt. Inzwischen wünschen sich immer mehr Nichtsesshafte ein traditionelles Grab auf einem Obdachlosenfeld.

Auf den Kölner Friedhöfen werden Obdachlose namentlich genannt. Foto: Thomas Kremer

Und das ist möglich: Vor fast 20 Jahren hat der Kölner Bestatter Thomas Kremer ein Feld auf dem Südfriedhof für die Bestattung von Obdachlosen gekauft, um genau diesem Wunsch nachkommen zu können. „Die Obdachlosen, mit denen ich gesprochen habe, haben sich traditionelle Gräber gewünscht“, so Kremer. Deswegen gebe es auf dem Feld in der Nähe des Höninger Platzes sogar Grabsteine für die Verstorbenen.

Obdachlosenfeld: Pflege durch professionelle Gärtner

Dafür sammle ein Steinmetz aus Köln gebrauchte Grabsteine und graviert sie auf der Rückseite neu. Professionelle Gärtner pflegen die Gräber. Das Ganze wird durch Spendengelder finanziert. Normalerweise kümmert sich das Ordnungsamt um die Beerdigung von Obdachlosen oder Menschen, die keine Angehörigen haben.

In Köln gibt es für die Beisetzung Obdachloser außerdem zwei schlichte Wiesen – eine ebenfalls auf dem Südfriedhof, die andere auf dem Friedhof in Deutz. Statt eines eigenen Grabsteins liegen hier Platten mit den Namen aller Verstorbenen drauf.

Platz wird knapp auf Kölner Obdachlosenfeld

Kremer erzählt, dass häufig auch Freunde aus dem Umfeld des Obdachlosen beim Ordnungsamt darum bäten, dass der Tote auf dem Obdachlosenfeld am Höninger Platz beerdigt werden soll. Viel Platz sei auf diesem Feld allerdings nicht mehr: Fast 300 Urnen seien dort schon in der Erde.