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Im Haus- und Kleingartenbereich: Bundesrat spricht sich für Glyphosatverbot aus

Für ein Verbot des Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffes Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich hat sich jetzt der Bundesrat ausgesprochen. Auf Antrag Schleswig-Holsteins forderte die Länderkammer die Bundesregierung am 8. November dazu auf, zeitnah die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, informiert das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein.

„Wer seinen Garten liebt, der sollte dort auf Gift verzichten“, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck im Bundesrat. Weder sei Bequemlichkeit ein überzeugendes Gegenargument, noch ein porentief reines Beet erstrebenswert, so Habeck.

Die im Jahr 2003 eingeführten „Besonderen Abgabebedingungen“ für Glyphosat im Kleingartenbereich hätten nicht zu einem Rückgang der Mengen geführt, sie würden allerdings auch nicht entsprechend kontrolliert. „Wir weisen Glyphosat im Grundwasser nach und mittlerweile selbst im menschlichen Urin“, so Habeck. Weder sei das Langzeitrisiko von Glyphosat untersucht, noch die Wechselwirkung mit anderen Umweltgiften. „Und dennoch wird Glyphosat weiterhin weitverbreitet eingesetzt. Das ist falsch“, betonte Habeck.

Laut dem Bundesrat sollte die Anwendung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel im Haus- und Kleingartenbereich deshalb aus Vorsorgegründen grundsätzlich verboten werden. Mechanische und thermische Alternativen zur Unkrautbeseitigung im Privatbereich seien zudem vorhanden und zumutbar. (ts)