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Im Trend: vertikale Gemüse- und Kräuter-Farmen für zu Hause

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Kräuter, Salate und Gemüse aus eigenem Anbau liegen bei Verbrauchern zunehmend im Trend. Gerade Stadtbewohnern mangelt es aber oftmals am eigenen Garten, um frisches Grün selbst zu produzieren. Für sie gibt es inzwischen von verschiedenen Herstellern ebenso kompakte wie stylische Indoor-Farmen für zu Hause.

Kirschtomaten und Co. im Wohnzimmer anbauen

Das in den USA ansässige Unternehmen Gardyn etwa bietet verschiedene vertikale Farmsysteme an, die wenig Platz benötigen und so selbst in kleineren Wohnungen das ganze Jahr über den Anbau von unter anderem Cherry-Tomaten, Jalapeños sowie verschiedenen Salaten, Blattgemüsen und Kräutern wie Mangold, Tatsoi, Basilikum oder Salbei ermöglichen. In dem vom Hersteller als „Plug and Play“-Lösung beschriebenen System werden die Pflanzensamen in die mitgelieferten Anzuchttöpfchen – die sogenannten yCubes – gegeben. Wasser und Nährstoffe zirkulieren Gardyn zufolge in dem „hybriponischen“ System automatisch in einem geschlossenen Kreislauf und die Pflanzen beginnen zu keimen.

Bei der Pflanzenaufzucht unterstützt werden die Heimgärtner von dem dazugehörenden smarten Assistenzsystem „Kelby“, das den Angaben zufolge das Pflanzenwachstum überwacht. Via App werden die Besitzer der vertikalen Indoor-Farm demnach informiert, ob die Pflanzen beispielsweise mehr oder weniger Wasser brauchen. Die dafür nötigen Informationen bekommt „Kelby“ von zum Anzuchtsystem gehörenden Sensoren, die für das optimale Pflanzenwachstum benötigte Lichtmenge wird – auf Wunsch von „Kelby“ gesteuert – von in die Gardyn-Systeme integrierten LEDs geliefert. Je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit müssen die Pflanzen laut Gardyn in der Regel nur alle paar Wochen gegossen und mit Nährstoffen versorgt werden, bevor Gemüse, Salate oder Kräuter frisch geerntet auf den Tisch kommen. Erhältlich sind die vertikalen Indoor-Farmen bislang allerdings lediglich in den Vereinigten Staaten.

Miele bringt Vertical-Farming-System Plantcube auf den Markt

Ein Vergleichsprodukt für deutsche Verbraucher hat Miele zu Beginn des Jahres mit dem von Agrilution entwickelten Vertical-Farming-System Plantcube auf den Markt gebracht. Die vollautomatisierten Gewächsschränke sind nicht größer als ein Standard-Kühlschrank, bieten laut Anbieter bei minimalem Aufwand perfekte Wachstumsbedingungen für Salate, Kräuter und Microgreens – und seien zudem ein Design-Highlight für Küche oder Wohnzimmer. Die Plantcubes bieten Miele zufolge ein geschlossenes Öko-System mit auszulegenden Saatmatten, kontrolliertem Licht und Klima sowie einer automatisierten Bewässerung. Die Ernte ist laut Angabe frei von Pestiziden und sonstigen Verunreinigungen. Gesteuert wird das System über die Agrilution Cloud, Einblick in den Wachstumsprozess und Hinweise zu Wartung und Ernte liefert eine App.

Die lebensmittelechten Saatmatten, die Agrilution in München selbst produziert, bestehen zu 100 Prozent aus upgecycelten Textilresten. Auf ihnen können derzeit rund 25 verschiedene Salate, Kräuter und Microgreens angebaut werden, die Agrilution im Angebot hat – darunter auch ausgefallene Sorten wie roter Pak Choi oder Wasabina Blattsenf. Wie Maximilian Lössl, der Agrilution mit seinem Partner Philipp Wagner gemeinsam gegründet hat, erklärt, seien erste Ernten ein bis drei Wochen nach dem Start eines Plantcubes möglich, danach könne sogar täglich geerntet werden.

Bald auch für zu Hause: das Salat- und Kräuter-Rad Greenloop

Nicht eckig wie der Plantcube, sondern kreisrund präsentiert sich der Greenloop, den das gleichnamige Hamburger Start-up-Unternehmen entwickelt hat. Das Salat- und Kräuter-Rad lässt sich seinen Erfindern zufolge mit nur drei Schrauben an der Wand montieren oder alternativ auf Standfüße stellen und benötigt für den Betrieb lediglich eine Steckdose. Ein integrierter Neun-Liter-Wassertank versorgt die Pflanzen im Greenloop für zwei bis vier Wochen mit Wasser, in den einzeln herausnehmbaren, wiederverwendbaren und spülmaschinenfesten Pflanztöpfen wachsen Kräuter und Salate in biologisch abbaubarem Kokosfaser-Substrat, wie in den Produktinformationen zu lesen ist. Die Bewässerung und Nährstoffversorgung – mit Flüssigdünger, der für vier bis acht Monate ausreiche – erfolgt demnach automatisch durch Rotation des Greenloops. Eine intelligente Lichtsteuerung sorgt den Angaben zufolge für angepasste Lichtrezepte und optimales Pflanzenwachstum, die Steuerung des Kräuter-Rads und die Überwachung der Pflanzen erfolgt via App.

Für zu Hause ist das automatische Anbau-System für Salate und Kräuter wie Rucola, Lollo Rosso, (Thai-)Basilikum oder Minze derzeit seinen Entwicklern zufolge noch nicht erhältlich, in „ausgewählten Locations“ sei der Greenloop aber bereits jetzt im Einsatz – so etwa im Hamburger Restaurant Bullerei von Fernseh-Koch Tim Mälzer. Ab Mitte 2021 sollen sich die innovativen Kräuter- und Salat-Räder dann voraussichtlich auch in den Küchen von Privatverbrauchern drehen.

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