Immer mehr Städte verbieten Schotterwüsten

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Wurde unter dem Schotter wasserundurchlässige Folie verlegt, gelte die Oberfläche als versiegelt, bei wasserdurchlässigem Flies als teilversiegelt. In jedem Fall fallen Gebühren an. Foto: BGL

Sie werden immer noch heiß diskutiert, denn nicht nur rein optisch scheiden sich die Geister an Schotterwüsten. Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) positioniert sich mit der Initiative „Rettet den Vorgarten“ deutlich. In vielen Städten folgten nun Verbote von Schotterwüsten bei Neubauten.

Lange Liste von Nachteilen bei Schotterwüsten

Xanten, Herford, Dortmund, Heilbronn, Neuwied, Paderborn, Bremen, Esslingen, all diese Städte und Kommunen haben eins gemeinsam, sie gehen rigoros gegen Schotterwüsten vor. Und haben diese bei Neu- und Umbaumaßnahmen verboten. Klar ist, dass aus Umwelt- und Klimasicht Schottergärten kritisch zu bewerten sind. Die Liste der Nachteile ist lang und reicht von den negativen Folgen der Bodenversiegelung (Aufheizung, Wasserabfluss) über den verlorenen Lebensraum für Pflanzen und Tiere (Verlust von Artenvielfalt) bis zu den bereits oben angesprochenen ästhetischen Aspekten.

Landesbauordnungen schließen vegetationslose Steinwüsten aus

Manche Städte und Gemeinden haben zwar in neuen Bebauungsplänen keine kategorischen Verbote aufgenommen, aber doch klare Vorgaben gemacht, die einen Mindestanteil an Vegetationsfläche auf dem Grundstück vorschreiben. In den Landesbauordnungen (LBO) finden sich Vorschriften, die vegetationslose Steinwüsten als (Vor-)Garten ausschließen. „Damit sind vollständig zugeschotterte oder gekieste Vorgärten schon heute rechtswidrig", erklärt Achim Kluge BGL. Kommunen verfügen demnach auf Basis der LBO über die Möglichkeit, in Satzungen und Bebauungsplänen Schottergärten zu unterbinden. Solche Vorschriften gelten allerdings nur für neue Anlagen, bestehende Gärten genießen Bestandsschutz.

Gebührenberechnung nach dem Versiegelungsgrad

In den meisten Kommunen gelten befestigte Schotter- und Kiesflächen als teilversiegelt und werden daher, im Unterschied zu offenen Gartenbereichen, mit Gebühren belastet, wenn ein Wasserablauf in die Kanalisation stattfinden kann. Dies gilt in der Regel, wenn unter der Steinschicht ein wasserdurchlässiges Bodenvlies verlegt wurde. Wird dagegen undurchlässige Folie unterlegt, ist die Fläche als vollversiegelt einzustufen. Bei Regen kann das Wasser auf den versiegelten Flächen nicht versickern, was zur Überlastung der Kanalisation und zu Überschwemmungen führen kann. Hinzu kommt die teure Wiederaufbereitung von Abwasser in der Kläranlage. Immer mehr Gemeinden gehen deshalb dazu über, die Kosten für die Entsorgung von Niederschlagswasser auf die "Verursacher" umzulegen. Aktuell sind Beträge von 0,40 – 1,30 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche üblich, Tendenz steigend.

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