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In Bayern läuft es wieder an

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In Bayern herrschte große Unsicherheit und zugleich auch großer Ärger unter den Gärtnereien, Gartencentern und Floristen, da sie im ersten Schritt, anders als in anderen Bundesländern nicht mehr zu den Geschäften des täglichen Bedarfs gezählt wurden. Die Verbände und Unternehmen leisteten in den vergangenen Wochen enorm viel Überzeugungs- und Lobbyarbeit und konnten damit etwas bewirken. Die TASPO fragte nach bei dem Bayerischen Gärtnereiverband und dem Bayerischen Landesverband des FDF.

In Bayern läuft es bei den Gärtnereien, Gartencentern und Floristen langsam wieder an, dafür war aber eine Menge Arbeit notwendig. Foto: Green Solutions

Viel Lobbyarbeit in Bayern

Mit viel Kraft und sicher auch viel Verzweiflung hatte sich die Grüne Branche in Bayern in den letzten Wochen (wir berichteten in der TASPO 17/2021) dafür eingesetzt, dass auch dort Blumengeschäfte, Einzelhandelsgärtnereien und Gartencenter wieder uneingeschränkt, natürlich unter Einhaltung aller Infektionsschutzvorgaben, öffnen dürfen. Der Einsatz der Verbände, Gespräche mit Politikern vor Ort, die Onlinepetition - sie alle haben geholfen: Seit Mittwoch vergangener Woche hat sich auch Bayern den Regelungen der „Bundesnotbremse“ angeschlossen und ließ den Grünen Einzelhandel, angeglichen an den Handel mit  Lebensmitteln und Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs, wieder öffnen.

Etwa 20 Prozent weniger Kunden

Wie läuft es in den bayerischen Betrieben seit der Wiedereröffnung? Wie reagieren die Kunden? Das fragten wir den Bayerischen Gärtnereiverband (BGV) und den Landesverband Bayern des Fachverbandes Deutscher Floristen (FDF). "Die Gärtner haben gut zu tun", sagt dazu Jörg Freimuth, BGV- Geschäftsführer  - „es läuft jahreszeit- und witterungsgemäß“. Die Kunden seien aber weiterhin noch verwirrt und wüssten nicht, was wo gilt. Laut ersten Schätzungen aus der Branche hätten in den ersten Tagen aufgrund der Verwirrung etwa 20 Prozent weniger Kunden den Weg in die Gartencenter und Gärtnereien gefunden haben als sonst zu dieser Zeit. Das scheine sich aber langsam zu normalisieren.

Ängste und Sorgen authentisch formuliert

Was war letztendlich ausschlaggebend für die Entscheidung in Bayern, den Grünen Einzelhandel ohne Einschränkungen wieder zu öffnen?
„Eine disziplinierte konzertierte Aktion fast der gesamten Branche“, sagt  Freimuth. Diszipliniert meine insbesondere das Timing, wann und mit welcher Wucht die Branche ihre Ängste und Sorgen innerhalb von zwei Tagen an die Politik getragen habe: „Erfolgreich dabei auch wieder die Strategie, dezentral, individuell, aber koordiniert vorzugehen.“ Dezentral und individuell, damit meint Freimuth ohne Mustertexte oder Musterbriefe. So habe jeder Unternehmer sehr authentisch und glaubwürdig seine Sorgen und Ängste formuliert. Koordiniert meint, dass die Argumente, die für die Öffnung sprachen, sich dann aber doch immer wieder ähnelten. „Letztendlich war das Problem, dass der Abgeordnete im Wahlkreis keine Antwort geben konnte, warum es für Gärtnereien und Blumenfachgeschäfte in Bayern anders als in den anderen Bundesländern läuft“, erläutert Freimuth die Hintergründe. Dieser Druck sei massiv über die Fraktionen in der Staatskanzlei aufgeschlagen. Koordiniert heiße aber auch, dass „der BGV-Präsident Hermann Berchtenbreiter in sehr vielen Telefonaten als Sprachrohr fungierte und der Branche ein dialogbereites Gesicht gegeben hat.“

Auch bei Floristen läuft es wieder besser

Auch bei den bayerischen Floristen läuft es laut Roland Maierhofer, Geschäftsführer des FDF Bayern, wieder besser. Allerdings sei das Wetter jetzt auch nicht so gut, dass jeder in den Garten springe beziehungsweise Blumen kaufe. „Man merkt auch, dass die Innenstädte noch leer sind“, so Maierhofer.  Gut sei natürlich schon, dass nun für Muttertag klare Verhältnisse herrschten und die Kunden jetzt wüssten, wo dran sie sind und die Betriebe wieder planen könnten. Ein Aspekt für die Wiederöffnung war nach Einschätzung des Geschäftsführers auch, dass der Kundenstorm im Lebensmitteleinzelhandel zu so einem Hochtag  wie Muttertag entzerrt werden musste: „Vielleicht war der Valentinstag  ein gutes Beispiel, wie es nicht laufen sollte. Denn da war der LEH ganz klar überlaufen.“ Er denke, dass der Austausch zwischen Politik und BGV  mit guten Argumenten die wichtigsten Punkte für die Wiederöffnung waren.   „Ich kann Ihnen nur sagen, dass wir uns sehr freuen, dass alle Betriebe wieder öffnen dürfen. Zudem wissen wir sehr wohl, dass der BGV hier einen sehr großen Anteil dazu beigetragen hat.“

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