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In fünfter Generation: Azerca-Gärtnerei mit Tradition

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Ob Einzelsorten, Twins oder Trios – die Kultur der Gardengirls hat Henrik Lehmann fest im Griff. Seit 2002 leitet er die Azerca-Gärtnerei Erich Herrmann und Nachfolger, die sich seit 1912 am heutigen Standort in Doberlug-Kirchhain befindet, in der fünften Generation. Azerca-Kulturen stehen seit der Betriebsgründung im Jahr 1874 auf dem Produktionsplan.

Gärtnermeister Henrik Lehmann hat seit einigen Jahren sein Hauptaugenmerk auf die Gardengirls-Callunen gerichtet. Foto: privat

Lehmanns Eltern hatten Gärtnerei nach und nach ausgebaut

„Nach und nach haben meine Eltern die Gärtnerei, die auch zu DDR-Zeiten stets in Familienbesitz war, nach der Wende ausgebaut. Alte Häuser wurden abgerissen, neue in Venlo-Bauweise entstanden. Die Produktion im Freiland wurde modernisiert“, berichtet Lehmann. Rund 8.000 Quadratmeter unter Glas und 22.000 Quadratmeter geschlossene Kulturfläche im Freiland stehen heute zur Verfügung.

„Mein Vater als gelernter Ingenieur für Papiertechnik war für die Technik verantwortlich. Meine Mutter arbeitete in den Kulturen. Ihre Leidenschaft waren die Kamelien“, erzählt der Gärtnermeister, der ab 2002 den Betrieb mit seiner Mutter als GbR führte und ihn 2018 ganz übernahm. „Bei der Übernahme habe ich mich entschieden, die Kamelien-Kultur nicht weiterzuführen“, sagt Lehmann. „Zwar hatten die Kamelien bei uns Tradition, die Kultur ist jedoch mit sehr viel Handarbeit verbunden.“

Hauptaugenmerk liegt seit einigen Jahren auf Gardengirls

Auch wenn Lehmann noch Zimmer-Azaleen als blühende Ware im 12er-Topf und 17er-Maxitopf („wir haben sogar eine eigene Sorte namens ‘Doberlug’ im Sortiment“), Rhododendron-Hybriden im Fünf-Liter-Container sowie Erica gracilis im 12,5er-Topf und Erica arborea im 10,5er- und 12,5er-Topf produziert, hat er seit einigen Jahren sein Hauptaugenmerk auf die Gardengirls-Callunen gerichtet. Einzelsorten, Twins und Trios aus dem Kramer-Sortiment prägen das Bild. „Nach den Hauptkulturarbeiten im Mai beginnt ab dem 10. August die Vermarktung von Callunen und Erica gracilis“, sagt Lehmann. Blumenfachgeschäfte schätzen das Sortiment der Twins und Trios. Im Großhandel sind vor allem sortenreine Partien gefragt, wobei auch hier der Anteil an Mix-Pflanzen steigt. Friedhofsgärtnereien sind eine große Kundengruppe. Wert legt Lehmann auf die eigene Sichtung bei Neuheiten: „Wie passen sie in unser Sortiment, wie verläuft die Kultur bei uns? Wir testen neue Sorten zunächst mit rund 1.000 Pflanzen.“

Beet- und Balkonpflanzen als kleineres Standbein

Mit Beet- und Balkonpflanzen hat sich Lehmann ein kleineres Standbein geschaffen. „Wir vermarkten die Ware meist an Blumenfachgeschäfte im Umkreis. Unsere Kunden schätzen die frische, regionale Ware und holen die Pflanzen direkt im Betrieb ab.“ Wenn Henrik Lehmann nicht mit dem Fahrrad im Betrieb unterwegs ist, trifft man ihn im Büro an. „Eigentlich bin ich Mädchen für alles“, erzählt er, „da bleibt für Hobbys kaum Zeit“.

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