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Initiative fordert offene Gärten trotz Notbremse

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Mit einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident:innen fordert die Initiative von Parks und Gärten in Deutschland (IPGD) die Öffnung von eintrittspflichtigen Freilandanlagen auch trotz der bundeseinheitlich beschlossenen Notbremse zu erlauben.

In einem offenen Brief an die Bundes- und Landesregierungen macht sich die IPGD für ein Offenhalten von Parks und Gärten stark. Foto: Green Solutions

Dringend von Schließungsplänen absehen

In ihrem Brief beginnt die Initiative mit einem historischen Zitat aus der Antike. Vor über 2000 Jahren habe Cicero in einer Rede die Frage aufgeworfen „Wie lange wirst du unsere Geduld noch missbrauchen?“ und wetterte damit gegen einen Staatsfeind. Der Feind sei in der aktuellen Lage das Virus, welches uns alle auf eine Geduldsprobe stellt. Um diese Situation zu bewältigen, seien Freiluftbereiche von Parks und Botanischen Gärten bedeutsamer denn je. Daher fordert die IPGD trotz der neuen Corona-Maßnahmen eine durchgehende Öffnung von Parks und Gärten in Deutschland zu erlauben. Es müsse dringend von den Schließungsplänen ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 100 wie im Gesetz vorgesehen abgesehen werden. Unterzeichnet wurde der Brief neben der IPGD auch die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), das Gartennetz Deutschland (GnD), das Europäische Gartennetzwerk (EGHN), der Verein Schlösser und Gärten Deutschland und die Stiftung Die Grüne Stadt.

Unverständnis über Schließungspläne

Die Betreiber von Parks und Gärten äußern demnach ihr Unverständnis darüber, dass die bundesweite Notbremse beim Überschreiten einer Sieben-Tages-Inzidenz von 100 auch die Schließung der Botanischen Gärten vorsehe. „Jüngsten Berichten von Aerosolforschenden zufolge ist jedoch das Risiko, sich im Freien mit dem Corona-Virus zu infizieren, verschwindend gering. So sollen 99,9 Prozent der Ansteckungen in geschlossenen Räumen stattfinden. Unsere Gärten und Anlagen bieten die Möglichkeit für einen sicheren Aufenthalt an der frischen Luft“, erklärt IPGD-Sprecher Steffen Schüller. Menschen bewegen sich in den Anlagen zum einen im Freien und können zum anderen genügend Abstand zueinander einhalten. „Dabei bestehen selbstverständlich solide Hygienekonzepte. Eingangskontrollen und eine maximale Anzahl von Besucher:innen sowie die regelmäßige Reinigung und Desinfektion der sanitären Anlagen und weitere Maßnahmen gewährleisten einen infektiologisch unbedenklichen Besuch“, so Schüller weiter. Gewächshäuser und Innenräume blieben hingegen bei hohen Inzidenzzahlen selbstverständlich weiterhin geschlossen. „Aber wir plädieren nachdrücklich für die Offenhaltung der Freilandbereiche von Gärten und Parks auch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100.“

Besondere Erholungsfunktion der Parks und Gärten

„Gerade in der Pandemie zeigt es sich, dass Parks und Gärten besonders in Großstädten eine wichtige Erholungsfunktion haben. Und gerade die eintrittspflichtigen Anlagen wie Botanische und historische Gärten sowie Landschaftsparks, die beschränkten und gut kontrollierbaren Zugang haben, sind wichtige Orte zur Entspannung und Regeneration geworden. Gerade jetzt im Frühling ist die Sehnsucht nach Schönheit und Perspektive so wichtig. Das erhält die physische und psychische Gesundheit. Und nebenbei entlasten diese Parkbesuche auch die frei zugänglichen Parks und Grünanlagen in unseren Städten“, erklärt Schüller die Forderungen der Initiative.

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