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Insektenschutz: Landwirte bieten Blühpatenschaften an

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Verbraucher können in diesem Jahr wieder Landwirte im Rheinland beim Insektenschutz unterstützen und die Patenschaft für ein Stück Blühstreifen übernehmen. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) informiert, werden auf den für durchschnittlich 50 Cent pro Quadratmeter angebotenen Flächen an die Region angepasste Bienenweide-Mischungen ausgesät.

Blühstreifen auf landwirtschaftlichen Flächen sollen die Biodiversität fördern und Insekten zusätzliche Nahrungsquellen bieten. Foto: Thomas B./Pixabay

Ackerbauer hat bereits 159 Blühpatenschaften vergeben

Bereits seit Beginn der Aktion vor zwei Jahren bietet etwa der Ackerbauer Jochen Kanders aus Uedem auf seinen Feldern Blühpatenschaften für Privatpersonen, Unternehmen oder sonstige Institutionen an. Insgesamt 159 Blühpaten hat der Landwirt inzwischen bereits gewinnen können und auf einer Fläche von insgesamt 2,86 Hektar an sieben Standorten eine Bienenweide-Mischung mit 43 verschiedenen Sorten ausgesät, berichtet der Rheinische Landwirtschafts-Verband. Die als „Bienenweide intensiv“ angebotene Patenschaft für einen 100-Quadratmeter-Blühstreifen ist bei Kanders für 50 Euro jährlich zu bekommen, die Mindestlaufzeit beträgt laut RLV zwei Jahre. „Ich wollte die Öffentlichkeit und die Verbraucher einladen, uns Landwirte beim Insektenschutz zu unterstützen“, erklärt Kanders, dessen derzeit prominenteste Blühpatin die frühere Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ist.

Knapp 40 Landwirte im Rhein-Kreis Neuss und in Mönchengladbach dabei

Ebenfalls an der „Aktion Blühpatenschaft“ beteiligt sind in diesem Jahr unter anderem knapp 40 landwirtschaftliche Betriebe im Rhein-Kreis Neuss und in Mönchengladbach. Der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach zufolge wurden in diesem Gebiet allein 2019 weit über 160 Hektar blühende Flächen auf den Feldern für Insekten angelegt. 2020 seien im Rhein-Kreis Neuss weitere 17 Hektar und in Mönchengladbach weitere rund fünf Hektar an Blühflächen hinzugekommen, wie der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Wolfgang Wappenschmidt ausführt.

„Insektenschutz ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe“

„Wir werden das auch weiter tun, um unserem Teil der Verantwortung für den Insektenschutz gerecht zu werden“, so Wappenschmidt. „Die Ursachen des Insektensterbens sind vielfältig. Allein durch die fortschreitende Versiegelung der Landschaft in unserem eng besiedelten Raum wird der Lebensraum der Insekten ständig kleiner. Insektenschutz ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und wir möchten allen, die selbst nicht über geeignete Flächen verfügen, die Möglichkeit geben, sich aktiv zu beteiligen.“ Der Preis für eine Blühpatenschaft variiert nach Angaben der Kreisbauernschaft zwischen den Betrieben und in Abhängigkeit von der Größe der Fläche, liege jedoch im Schnitt bei 0,50 Euro pro Quadratmeter. Wie es weiter heißt, sind Blühpatenschaften im Rhein-Kreis Neuss und in Mönchengladbach in der Regel ab 50 Quadratmeter möglich. Weitere Informationen zu den Blühpatenschaften sowie Ansprechpartner sind auf der Website des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands zu finden.

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