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Insolvenzverfahren über Praktiker Baumärkte eröffnet – „ernsthaftes Interesse an zahlreichen Praktiker-Standorten"

Das zuständige Amtsgericht in Hamburg hat heute auch in Bezug auf über acht Gesellschaften aus dem Praktiker Konzern eröffnet, die unter der Marke Praktiker geführt werden, Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter hat das Gericht Christopher Seagon bestellt, gibt dessen Büro in einer Pressemitteilung bekannt. Bereits seit Insolvenzantragsstellung am 11. Juli 2013 war er bei diesen Gesellschaften als vorläufiger Insolvenzverwalter tätig. Seagon hatte bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren angekündigt, dass es keinen Investor gibt, der die Baumärkte unter der Marke Praktiker fortführen wird. Er hat deshalb frühzeitig den Abverkauf an allen Standorten eingeleitet, die gesellschaftsrechtlich an die Marke Praktiker angeschlossen sind. 

Ziel ist es, die dann leeren Märkte für einen größeren Kreis möglicher Investoren interessant zu machen. Der Investorenprozess läuft derzeit, heißt es weiter. Es gebe verschiedene potenzielle Investoren, die ernsthaftes Interesse an zahlreichen Praktiker-Standorten haben.

So hätten Investoren, die Max Bahr aus dem Praktiker Konzern übernehmen möchten, zusätzlich Interesse an verschiedenen Praktiker-Märkten. Darüber hinaus gebe es Investoren, die mehrere Praktiker-Standorte im Paket übernehmen möchten. Für andere Standorte gebe es Angebote für Einzellösungen – sowohl von Baumarktbetreibern als auch von Unternehmen anderer Handelssparten. „Ich sehe aufgrund dieser unterschiedlichen Angebote gute Chancen, dass zahlreiche Praktiker-Beschäftigte weiterhin einen Arbeitsplatz haben werden”, sagt Seagon. Mit ersten konkreten Ergebnissen für die Zukunft von Praktiker-Standorten rechnet Seagon im Laufe des Oktobers.

Auskünfte zu einzelnen Standorten könnten derzeit nicht gegeben werden, da der Investorenprozess noch nicht beendet ist. Der Leerverkauf mit täglichen wechselnden Angeboten laufe weiter. An folgenden 20 Standorten sei der Abverkauf bereits beendet und die Märkte seit dem 30. September 2013 geschlossen: Aachen, Arnsberg, Berlin-Wedding, Bielefeld, Dresden-Heidenau, Frankfurt/Oder, Gersthofen, Görlitz, Gosen, Gotha (Langensalzaer Straße), Halle-Peißen, Hamburg-Wentorf, Herford, Karlsruhe-Hagsfeld, Leipzig-Burghausen, Rastatt, Suhl, Memmingen, Kempten, Weißwasser

Die Geschäftsführungen von acht operativen Praktiker-Konzerngesellschaften mit Sitz in Hamburg hatten am 11. Juli 2013 beim zuständigen Amtsgericht in Hamburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Amtsgericht hat daraufhin Rechtsanwalt Christopher Seagon von der Kanzlei Wellensiek für alle acht Gesellschaften zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Gemeinsam mit der Geschäftsführung und den etwa 7.600 Beschäftigten (inklusive 2.400 geringfügig Beschäftigte) hat Seagon den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten, die Praktiker- und extra BAU+HOBBY-Märkte zunächst fortgeführt, der Verkauf ging mit allen Beschäftigten unverändert weiter. Grundlage dafür war, dass Seagon sich Anfang August 2013 nach intensiven Verhandlungen mit Warenkreditversicherern, Banken und Lieferanten über die Finanzierung der weiteren Warenversorgung für die Praktiker-Märkte einigen konnte, erinnert Seagons Büro. Nachdem kein Investor Interesse an einer Übernahme der Baumärkte unter der Marke Praktiker hatte, leitete Seagon den Abverkauf an den Standorten ein, um die leeren Märkte für einen größeren Kreis an Investoren interessant zu machen.

Der Vorstand der Praktiker AG hatte am 12. Juli 2013 zudem in Saarbrücken einen Insolvenzantrag für die Konzernholding mit etwa 340 Beschäftigten gestellt. Das Amtsgericht hat daraufhin Rechtsanwalt Udo Gröner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Am 26. Juli 2013 hat dann die Geschäftsführung von Max Bahr Insolvenzantrag für die Gesellschaften der Baumarkt MB Vertriebs GmbH gestellt. In dieser Gesellschaft sind die 54 Filialen mit 2.800 Beschäftigten (inkl. 820 geringfügig Beschäftigte) eingegliedert, die seit September 2012 von Praktiker auf Max-Bahr-Baumärkte umgeflaggt wurden. Die Gesellschaft dieser umgeflaggten Max-Bahr-Märkte ist in der gesellschaftsrechtlichen Struktur unter den Praktiker-Märkten angesiedelt. ;Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Hamburg Christopher Seagon.

Zudem hatte die Max-Bahr-Geschäftsführung am 26. Juli 2013 auch Insolvenzantrag für die drei Gesellschaften der 78 Max-Bahr-Baumärkte mit etwa 3.600 Beschäftigten (inkl. 430 geringfügig Beschäftigte) gestellt, die gesellschaftsrechtlich direkt unter der Praktiker-Holding stehen. Das zuständige Amtsgericht in Hamburg hat daraufhin Rechtsanwalt Dr. Jens-Sören Schröder zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Auch Schröder hat sich in intensiven Verhandlungen mit wesentlichen Beteiligten über die Finanzierung der weiteren Warenversorgung für die Max-Bahr-Märkte einigen können und führt den Geschäftsbetrieb seit Insolvenzantragstellung ohne Einschränkungen weiter.

Für die insolventen Gesellschaften und den jeweiligen Standorten haben die Insolvenzverwalter einen geordneten Investorenprozess eingeleitet, heißt es weiter. Für Max Bahr gebe es verschiedene potenzielle Investoren, die Angebote über eine größere Lösung unter der Marke Max Bahr abgegeben hätten. Da es für Praktiker keinen Interessenten gebe, der die Marke als Baumarkt weiterführen möchte, sei für diese Standorte der Abverkauf eingeleitet worden, damit die Chance offen bleibt, möglichst viele Standorte in der größeren Lösung unter Max Bahr weiterführen zu können oder von Mitbewerbern oder anderen Einzelhandelsunternehmen übernommen zu werden. Dieser Investorenprozess läufe noch. (ts/sea)