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Interview: Baumschule Lappen „auf einem guten Weg“

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Neues Marketing, verstärkter Vertrieb, veränderte Strukturen: Was hat sich getan in der Baumschule Lappen, die sich seit 2017 im Insolvenzverfahren befindet? Die früheren Inhaber Dieter und Christian Lappen sind nicht mehr im Unternehmen, stattdessen bestimmen Insolvenzverwalter Eberhard Stock und Geschäftsleiter Hans-Jürgen Dieck das Geschehen. Die TASPO war vor Ort und sprach mit ihnen.

Die Baumschule Lappen hat sich seit Beginn des Jahres einen völlig neuen Marktauftritt gegeben. Warum wurde das nötig?

Stock: Wir haben einen Neustart mit neuer Corporate Identity, neuem Logo, neuem Messestand, neu gestaltetem Internetauftritt und neuen Publikationen – so etwa ein künstlerisch gestaltetes Fotobuch – aufgesetzt. Wichtig war uns, Defizite in der Außenwahrnehmung des Unternehmens zu beheben, serviceorientiert und emotional die Kunden anzusprechen.

Was hat sich inzwischen in der Personalstruktur verändert?

Dieck: Wir haben den Verkauf neu strukturiert und den Vertrieb mit fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verstärkt, nämlich drei zusätzliche Verkäufer und zwei neue Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst. Außerdem haben wir Mitarbeiter mit neuen Aufgabenbereichen betraut. Zu der Stammbelegschaft von etwa 130 Mitarbeitern unterstützen uns in der Frühjahrs- und Herbstsaison bis zu 50 Saisonmitarbeiter.

Stock: Ziel ist, die Vertriebsleistung an die Möglichkeiten der Produktion des Unternehmens anzupassen. Es sind jetzt 14 Mitarbeiter im Verkauf tätig.

Und den Personalstamm in der Produktion haben Sie behalten?

Stock: Für einen Betrieb dieser Größenordnung mit 650 Hektar bewirtschafteter Fläche benötigt man einfach die Manpower. Wir hatten einige Personalabgänge vor und zu Beginn der Insolvenz, einige weggegangene Mitarbeiter sind in der Zwischenzeit zurückgekehrt, junge Baumschulgesellen sind neu eingestellt worden.

Mit Hilfe einer Beraterin konnten wir die Strukturen und Prozesse so verändern, dass unterhalb der Betriebsleitung eine Bereichsleiterebene installiert wurde. Die Verantwortlichkeiten sind jetzt besser verteilt, und die Eigeninitiative der Mitarbeiter wird auf diesem Wege gefördert.

Dieck: Neu eingeführt ist auch eine fachliche Qualitätskontrolle, die es in dieser Form zuvor nicht gegeben hat. Dies kommt der täglichen Arbeit in den Kulturen direkt zugute.

Die Baumschule Lappen war und ist stark im Auslandsgeschäft, gerade auch mit Russland und Frankreich. Inwieweit konnten Sie in der Zwischenzeit das Inlandsgeschäft stärken?

Stock: Das Deutschlandgeschäft hat sich wie erhofft deutlich verbessert. Verglichen mit der Zeit vor der Insolvenz verzeichnen wir ein Umsatzplus von etwa 30 Prozent. Um insgesamt das Geschäft zu stabilisieren, müssen wir auf dem Heimatmarkt besser verankert sein, um nicht mehr so stark von den weniger beeinflussbaren Auslandsmärkten abhängig zu sein.

Ende 2019 wird das Insolvenzverfahren insgesamt drei Jahre dauern. Wie sehen die Zukunftspläne aus?

Stock: Der Plan ist, die Baumschule in gute Hände zu übergeben. Wir haben Interessenten, mit denen wir formlos im Gespräch sind. An strategischen Interessenten aus der Branche kämen selbst europaweit wohl nur weniger als eine Handvoll in Frage, die sich erweitern wollen.

Um für Finanzinvestoren interessant zu werden, müssen wir uns noch deutlich verbessern, an unseren Betriebsstrukturen und wirtschaftlichen Ergebnissen arbeiten. Wir sind noch nicht produktiv genug, um eine erforderliche Kapitalrendite nachhaltig erzielen zu können. Aber wir befinden uns auf einem guten Weg. Ein Verkauf noch in diesem Jahr erscheint daher eher weniger wahrscheinlich.

Das komplette Interview mit Insolvenzverwalter Eberhard Stock und Geschäftsleiter Hans-Jürgen Dieck von der Baumschule Lappen lesen Sie in der TASPO 11/2019, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.