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Interview: „Garten macht Arbeit“

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Nachhaltigkeit mit Ressourcenschonung im GaLaBau verknüpfen? Barbara Siegert macht es im Rahmen ihres Unternehmens „Wilde Gärten“ (Siegert & Späth GbR) möglich: Mit ihrem Team aus Gärtnern, Gartenbauern und Naturgartenbegeisterten gestaltet sie naturnahe Gärten und Anlagen. Die TASPO sprach mit ihr über aktuelle Trends, die Grundlagen ihrer Planung und den perfekten Garten.

Frau Siegert, Sie gestalten naturnahe Gärten und Anlagen. Was versteht man darunter?

Naturnah heißt, schon möglichst viele Wildpflanzen und Naturmaterialien zu verwenden und den Kreislaufgedanken in das Gartenmanagement zu integrieren. Pflanzen die Pollen produzieren und Früchte haben, werden von uns den reinen Dekopflanzen vorgezogen. Aber wir sind nicht dogmatisch und pflanzen auch mal Hortensien, wo sie hinpassen und wenn die Kunden sie gerne hätten.

Was ist die Grundlage Ihres Planens?

Die Grundlage unseres Planens sind zu allererst die Bedürfnisse der Gartenbesitzer und Gartennutzer. Natürlich versuchen wir möglichste naturnah zu gestalten und die Prinzipien des Naturgärtnerns zu verwirklichen (Kreislaufgedanke, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Recycling). Ziel ist es Gärten zu schaffen, in denen alle Bewohner (Menschen, Tiere,  Insekten und Pflanzen) ihre ökologische Nische finden.

Gibt es einen erkennbaren Trend weg von konventioneller zu naturnaher Gartengestaltung?

Nach unserer Meinung eher nicht. Immer häufiger tauchen Kiesvorgärten mit einem Formgehölz in der Mitte in unserer Umgebung auf. Und Gärten deren Form durch die Möglichkeiten des Rasenroboters und der Bewässerung bestimmt werden. Garten macht Arbeit, auch ein naturnaher Garten und viele Menschen haben dazu einfach keine Zeit oder Lust und investieren wenig Energie in ihren Garten.

Wie kamen Sie dazu, naturnahe Gärten zu entwickeln? Was ist Ihre Motivation?

Als Diplom Biologin mit Schwerpunkt Ökologie war ich von der Naturgartenidee begeistert und hatte auch Lust diese Art der Gartengestaltung auszuprobieren und weiter zu entwickeln. Mit der Zeit haben wir einen „Wilden Gärten Stil“ entwickelt der die Garten-Landschaft der Region mit schwungvollen Trockenmauern, geschwungenen Wege aus Recycling-Material und Natursteinpflaster, Kalkschotterbelägen und Wildpflanzen bereichern.

Was war Ihr spannendstes oder schönstes Projekt?

Wir hatten schon viele spannende Projekte, aber es ist immer wieder am schönsten, wenn der Plan auf dem Papier mit allem was man sich ausgedacht hat, dann in der Realität genauso harmonisch wirkt und die Gartenbewohner begeistert den Garten beziehen, bearbeiten und bespielen und er sich dann über die Jahre weiter reift.

Der perfekte Garten – wie sieht dieser Ihrer Meinung nach aus?

Ein perfekter Garten sollte Möglichkeiten für ganz unterschiedliche Lebensräume bieten, von der sonnigen weiten Ebene mit Blumenwiese und Trockenmauern, hin zu einem Halbschattenbereich für einen kleinen Bachlauf mit Sumpfbeet und Teich bis zum schattigen Gehölzstreifen mit Kompostbereich. Er sollte Raum für eine große Vielfalt an Pflanzen und Strukturen bieten, die passend für die Orte ausgewählt werden können.

Weitere Fragen an Barbara Siegert rund um eine naturnahe Gartengestaltung finden Sie in der kommenden Ausgabe der TASPO Nr. 34, die am Freitag erscheint.