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Interview: „Gartenbaubetrieben fehlt zunehmend Personal“

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Mit den zunehmenden Dokumentationspflichten im Bereich Arbeitssicherheit und Zertifizierungen für Unternehmen in der Grünen Branche, häuft sich auch der Personalbedarf und die Zeit, welche in die Sichtung der entsprechenden Unterlagen und bürokratischen Abläufe zu investieren ist. Abhilfe kann hier die Firma Aktenkraft aus Geldern schaffen. Sie hat sich darauf spezialisiert, dem Papierkrieg ein Ende zu machen und unterstützt Unternehmen auf ihrem Weg zur erfolgreichen Zertifizierung. Die TASPO sprach mit Erika Boland über ihre Arbeit als Fachkraft für Arbeitssicherheit und Beraterin zur Zertifizierung GlobalG.A.P. und MPS bei Aktenkraft.

Aus welcher Idee heraus ist „Aktenkraft“ entstanden?

Die Firmenidee entstand in einem Gespräch zwischen unserer heutigen Geschäftsführerin Vivian Pellens, ihrem Mann Andreas Pellens, der einen Gartenbaubetrieb leitet, und mir. Wir stellten übereinstimmend fest, dass Gartenbaubetrieben zunehmend das Personal und die Zeit fehlen, um Dinge wie Arbeitssicherheit, Zertifizierungen, aber auch Marketing und PR selbst in die Hand zu nehmen, obwohl genau diese Dinge im Gartenbau immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Betriebe müssen sich aus der Masse abheben, müssen sich Alleinstellungsmerkmale erarbeiten und gleichzeitig Qualität nachweisen. Wir stellten fest, dass es hier eigentlich keinen im Gartenbau fachlich verankerten Dienstleister gibt und entschlossen uns, diese Lücke zu füllen. Die Kombination unserer drei Abteilungen – erstens Arbeitssicherheit und Zertifizierung, zweitens Pressearbeit und Text sowie drittens Unternehmensberatung und Coaching – gibt Unternehmen nun genau das notwendige Portfolio an die Hand, um sich weiterzuentwickeln, gesetzliche Rahmenbedingungen zu erfüllen und das alles dann auch noch bekannt zu machen und in konkrete Geschäfte umzuwandeln.

Wie ist die Resonanz, die Sie von Ihren Kunden erfahren? Wie werden Sie allgemein in der Branche wahrgenommen?

Sehr positiv. Unsere Kunden überzeugt vor allem unser spezielles Knowhow aus der Grünen Branche, in der wir bereits viele Jahre arbeiten, auch schon vor Aktenkraft.  Was meinen Arbeitsbereich angeht, sind unsere Kunden zudem froh, eine notwendige aber eben sehr arbeitsintensive Aufgabe abgeben zu können. Und bisher ist am Ende noch immer jede Dokumentation zur Arbeitssicherheit von der Berufsgenossenschaft anerkannt und jede Zertifizierungsurkunde ausgestellt worden.

Die Resonanz ist so groß, dass wir gerade eine weitere Fachkraft für Arbeitssicherheit zur Festanstellung suchen sowie eine Bürokraft in Teilzeit. Die Anfragen sind konstant hoch. Immer wieder hören wir, dass die vorhandenen Mitarbeiter voll in die Produktion eingebunden sind und ihnen keine Zeit für die Betreuung des Social-Media-Auftritts oder gar die Aufgaben einer Fachkraft für Arbeitssicherheit bleiben.

Sie setzen sich mit einer Menge „Papierkrieg“ auseinander. Was fasziniert Sie so an diesem Beruf, was ist Ihre Motivation?

Der Papierkrieg ist umfangreich, das ist richtig. Aber er ist letztlich nur das sichtbare Zeichen eines wichtigen Teils einer guten Unternehmenspraxis. Was ich eigentlich mache, ist den Weg eines Unternehmens zu begleiten. Wenn durch meine Beratung und Schulung Unfälle vermieden werden können, dann ist das ein großer Erfolg. Wenn ein Unternehmen durch eine abgeschlossene Zertifizierung neue Märkte betreten kann und neue Kunden gewinnt, wird aus dem Papierkrieg etwas Greifbares.

Ein großer Teil meiner Arbeit besteht natürlich aus reiner Fleißarbeit, wenn es um das Ausfüllen der Unterlagen geht. Aber jeder Auftrag ist dennoch anders. Wir betreuen große wie kleine Unternehmen, Produzenten und Händler. Sogar eine Gartenbauliche Hochschule, für deren Maschinenpark und Arbeitsmittel ich Betriebsanweisungen und Power-Point-Schulungen erstellt habe. Wenn ich ein Unternehmen begleiten und etwas bewirken kann, ist das großartig. Das motiviert mich, auch die nächsten hundert Seiten Formulare wieder in Angriff zu nehmen.