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Interview mit Georg Wieners, Marketingleiter bei Rosenwelt Tantau

Das Rosenzüchtungsunternehmen Tantau, das bereits von Beginn an in der Züchtung von Rosensorten sowohl für den Gartenbereich als auch für den Bereich Gewächshausrosen aktiv ist, feiert 2006 sein 100-jähriges Bestehen (siehe auch TASPO 3/06). Anlass für die TASPO in einem Interview mit Tantau-Marketingleiter Georg Wieners einen Blick auf einige aktuelle Aspekte im Markt für Gartenrosen zu werfen. Zwei Fragen und Wieners Antworten lesen Sie hier als Auszug aus dem Interview:

? Was hat Tantau in seiner Züchter- Pipeline?

Wieners: Zwar mag jedes Züchtungshaus einen etwas unterschiedlich gelagerten Kundenkreis bedienen, bei uns jedenfalls kauft der Privatkunde mit jedem Auftrag 80 Prozent großblumige, gesunde Sorten und vielleicht 20 Prozent gesunde Rosen aus dem Bodendecker- oder Strauchrosenbereich. Dementsprechend arbeiten wir intensiv an sehr robusten, großblumigen Sorten aus dem Segment "Nostalgie"-Rosen, aber auch klassische Edelrosen sowie Kletterrosen werden in den nächsten Jahren verstärkt. Darüber hinaus sind noch einige vielversprechende Bodendeckerneuheiten im Kommen, die insbesondere auf dem internationalen Markt, wie zum Beispiel den USA, sehr stark nachgefragt werden. Unsere letzte Neueinführung 'Sweet Haze' hat hier den Anfang gemacht.

? Aufgrund der knappen Kassen bei den Kommunen wird dort das Thema Pflegekosten immer wichtiger. Welche Lösungen sehen Sie vor diesem Hintergrund, um den Stellenwert von Rosen im öffentlichen Grün zu erhalten oder sogar zu steigern?

Wieners: Die knappen Kassen der Kommunen sind in der Tat ein großes Problem für den Absatz von hochwertigen Bodendeckerrosen. Leider hat die absolute Fixierung der öffentlichen Hand auf das Argument "Preis" dazu geführt, dass ausschreibungskonforme Lieferungen immer seltener werden. Heutzutage werden Rosen beinahe beliebig in andere billigere Sorten umgewandelt. Das betrifft leider nicht nur die Sorten, sondern auch die Pflanzenqualität. Viele Kommunen verfahren hier nach dem Motto "nach mir die Sinnflut", und dementsprechend sehen viele Rosenanlagen aus. Statt der dann zugrunde gegangenen Rosenpflanzung werden Mahonien oder Lonicera gepflanzt. Insgesamt ist dies ein sehr trauriger Trend. Wir versuchen dem entgegenzusteuern, indem wir dem Planer, den ausschreibenden Stellen unsere "Cityflor"-Planungshilfe an die Hand geben. Hier findet er fundierte Hinweise auf jährliche Pflegekosten pro Quadratmeter, die je nach Sorte variieren. Übrigens ist auch der Anschaffungspreis aufgrund der unterschiedlichen Wuchsformen der verschiedenen Sorten unterschiedlich gelagert, so dass für jedes Budget die richtige Sorte im "Cityflor"-Sortiment gefunden werden kann.