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Interview: „Schulgärten dürfen in der Bildung nicht fehlen“

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Damit der Gartenbau auch in Zukunft ausreichend Nachwuchskräfte hat, machte der Zentralverband Gartenbau (ZVG) vergangene Woche auf der Bildungsmesse didacta in Köln Station, um Lehrkräften den Beruf Gärtner zu präsentieren. Was sich der Verband davon verspricht, erläutert Anja Hübner, Projektkoordinatorin für Nachwuchswerbung beim ZVG, im Interview.

ZVG-Nachwuchswerbekoordinatorin Anja Hübner (2. v. r.) informierte auf der didacta Lehrer und Erzieher über Hochbeete und den Beruf Gärtner. Foto: ZVG

Frau Hübner, warum stellen Sie den Beruf Gärtner auf der didacta vor?

Möchte man Lehrer über das Berufsbild des Gärtners und Karrieremöglichkeiten im Gartenbau informieren, führt kein Weg an der didacta vorbei. Denn die didacta ist Europas größte Bildungsmesse.

Auf der didacta treffen sich Lehrkräfte und Erzieher aus allen Bildungsebenen – von der Kindertagesstätte über die Schulen bis hin zu den Universitäten.

Wie wird der Beruf Gärtner auf der didacta präsentiert?

Der ZVG präsentierte im Rahmen unserer Nachwuchswerbekampagne „Gärtner. Der Zukunft gewachsen.“ den Beruf Gärtner am Gemeinschaftsstand „Landwirtschaft & Ernährung – erleben lernen“ des i.m.a – information.medien.agrar Verlags. Insgesamt 20 Partner informierten rund um die Themen Landwirtschaft, Ernährung und Natur.

Ziel ist es, Lehrern, Erziehern und Pädagogen wertvolles Lehr- und Lernmaterial an die Hand zu geben. Diese sind für uns wichtige Multiplikatoren, um Kinder und Jugendliche schon frühzeitig für gartenbauliche Themen zu sensibilisieren.

Welche Materialien gibt es?

Um Lehrer mit Materialien für den Unterricht zu unterstützen, haben wir gemeinsam mit dem i.m.a - Verlag Unterrichtsbausteine entwickelt. Diese helfen, Jugendlichen im Schulalltag auf praktische und interessante Weise die Tätigkeiten und das Wissen eines Gärtners näher zu bringen.

Die Themen der Unterrichtsbausteine reichen von „Vegetative Vermehrung von Pflanzen“, „Kultur-Speisepilze entdecken“, „Wie Gärtner Schmetterlinge und Hummeln locken“, „Natur und Kultur auf Friedhöfen“ bis hin zu „Apfelsorten erhalten und züchten“.

Was passierte am Stand auf der didacta?

Wir lassen uns jedes Jahr eine neue Aktion einfallen. Dieses Jahr konnten die Besucher ein Element des Schulgartens kennenlernen und erfuhren, wie Hochbeete gebaut, bepflanzt und gepflegt werden. Hochbeete sind tolle Projekte des Urban Gardenings, die jeder Schule ermöglichen, auch auf kleinster Fläche, Kräuter, Gemüse und insektenfreundliche Pflanzen auf den Schulhof zu holen.

Immer mehr Kinder und Jugendliche wachsen ohne Bezug zur Natur auf. Deshalb hat es mich auf der didacta sehr gefreut zu hören, dass vermehrt Schulgärten im urbanen Raum entstehen. Denn Schulgärten vermitteln Wissen in den Bereichen Natur, Umwelt und Ernährung. Auch werden Kreativität und Verantwortungsbewusstsein der Kinder dadurch gestärkt. Schulgärten sind wertvolle Lernorte, die – wenn ich einen Wunsch frei hätte – in der Bildung nicht fehlen dürfen.