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Interview: „Technik unterstützt uns dabei, Gärtner sein zu können“

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Tanja Dworschak lebt in ihrem Bioland KräuterGut in Nürnberg eine geradezu ansteckende Technikbegeisterung aus. Um Gemüse im städtischen Anbaugebiet produzieren und expandieren zu können, stockten sie und ihre Familie einfach das Gewächshaus auf und investierten im großen Stil in Automatisierung und Robotertechnik. Wir sprachen mit der Unternehmerin.

Hochtechnisiert: die Produktionsflächen im KräuterGut Dworschak-Fleischmann, die in der zweiten Ebene über Gitterwege begehbar sind. Foto: Bioland KräuterGut

Sie stehen in Sachen Robotertechnologie und technischer Innovation wirklich an vorderster Front!

Mein Vater ist Rentner, sein Traum war es immer, Maschinenbauer zu werden. Nachdem er inzwischen den administrativen Teil des Betriebes an mich übergeben hat, darf er sich seiner Passion mit Leib und Seele widmen und tut das auch mit großer Begeisterung. Hauptsächlich arbeiten wir also mit Maschinen Marke Eigenbau.

Was genau ist im Ablauf Ihrer Produktion automatisiert?

Der Maschinist gibt alle Angaben in den Computer ein: Welche Erde und welchen Samen er nimmt, welche Menge er sät. Die Anlage registriert das und der erste Roboter fährt automatisch einen Stapler auf Schienen in den Keimraum.

Dass die Petersilie in neun Tagen fertig ist, „weiß“ die Anlage und spuckt die Töpfe automatisch zur richtigen Zeit wieder aus. Die werden erfasst, automatisch angegossen und in ein Regal geschoben, dort verbleiben sie bis zur Auslagerung. Die Anlage weiß immer ganz genau, wo welcher Topf steht.

Wir sind hier technisch sehr gut ausgestattet, aber noch nicht zu 100 Prozent automatisiert: Die Anlage braucht einen Techniker, der sie den ganzen Tag überprüft.

Spart die Automatisierung Arbeitskräfte ein?

Wie viele Mitarbeiter ich für die Arbeiten brauche, die die Roboter machen? Das ist schlecht zu schätzen. Wir haben die Automatisierung ja nicht eingeführt, um Mitarbeiter einzusparen. Sondern um die Mitarbeiter zu unterstützen oder zu entlasten.

Eigentlich unterstützt die Technik uns dabei, Gärtner sein zu können. Nur das Fitnessprogramm fällt halt weg! Früher, als man noch mit der Hand gearbeitet hat, hatte man Kraft ohne Ende – ich habe im Alter von 16 ständig im Armdrücken gegen alle Jungs gewonnen! Das geht jetzt nicht mehr – nicht weil ich alt bin, sondern weil ich nicht mehr im Training bin.

Welche Zukunftsprojekte planen Sie gerade?

Die Flächenproblematik und Ressourcenschonung sind an unserem Standort die wichtigsten Aufgaben. Wir planen für die Zukunft eine Betriebserweiterung, die uns in die Lage versetzt, die Fläche noch effizienter auszunutzen und noch mehr Ressourcen zu schonen.

Das komplette Interview mit Tanja Dworschak lesen Sie im TASPO dossier I/2019 „Künstliche Intelligenz und Digitalisierung im Gartenbau“, das Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.