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IPM: „Wir stehen hinter integriertem Pflanzenschutz“

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Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbands Gartenbau (ZVG), forderte die Bundesregierung während der Eröffnung der IPM Essen 2016 auf, sich klar zum integrierten Pflanzenschutz zu bekennen. Staatssekretär Dr. Robert Kloos antwortete prompt.

Forderte ein Bekenntnis zum integrierten Pflanzenschutz: Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbands Gartenbau. Foto: Christian Mannsbart

Kloos: „Wir brauchen integrierten Pflanzenschutz in allen Facetten“

„Wir stehen voll und ganz hinter integriertem Pflanzenschutz, wir brauchen ihn in allen Facetten. Von mechanischen Maßnahmen bis zu chemischen Pflanzenschutzmitteln“, sagte der Staatssekretär für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz vor einem gut gefüllten Auditorium in der Messe Essen. „Wir brauchen die entsprechenden Mittel dazu ebenso wie die passenden Entwicklungen. Wenn es nötig ist, muss der Einsatz an entsprechender Stelle möglich gemacht werden, ob nun im Gartenbau oder der Landwirtschaft“, so Kloos weiter.

Präsident des Zentralverbands Gartenbau fordert klares „Ja!“

Der Präsident des Zentralverbands Gartenbau Jürgen Mertz hatte in seinem vorausgehenden Grußwort zur Eröffnung der Messe den Stand der EU-Harmonisierung für die Pflanzenschutzmittelzulassung als Trauerspiel bezeichnet. „Wir brauchen ein deutliches Ja von der Bundesregierung zu kontrolliertem, integriertem, chemischem Pflanzenschutz in unserer Branche“, so Mertz.

„Nein“ zur Besteuerung von Pflanzenschutzmitteln

Außerdem solle die Politik die entsprechende Grundlage zur Förderung nicht chemischer Methoden im Pflanzenschutz ebenfalls fördern. Auf einen Punkt jedoch wollte Kloos nicht direkt antworten. „Bitte entsorgen Sie den Vorschlag zur Besteuerung von Pflanzenschutzmitteln“, hatte Mertz gefordert. „Der Nachweis einer Lenkungswirkung einer solchen Abgabe ist bisher lediglich auf Papier und dazu noch einseitig dokumentiert. Außerdem fehlen hier die wissenschaftlichen Belege.“

Politik und Gartenbau wollen Branche stärken

Ansonsten zeigten sich die Gastredner zur Eröffnung der IPM auf einer Linie. Bundesregierung und Zentralverband wollen gemeinsam an den Säulen Energieeffizienz, Inwertsetzung, Pflanzenschutz und Stärkung des Import- als auch des Exporthandels arbeiten. Der Absatzweg ins Ausland werde wichtiger denn je, da die Warenstromanalyse für 2015 belege, dass der Markt für Blumen und Zierpflanze hierzulande um zwei Prozent geschrumpft sei.

Zitat des Tages: „Gartenbau ist mehr, als im Boden zu graben“

Das Zitat des Tages stammte von Sue Biggs. „Gartenbau ist mehr als ein Hobby für gescheiterte Akademiker oder auch mehr, als mit einer Schaufel im Boden zu graben“, sagte die Vorsitzende der Royal Horticultural Society und wandte sich so der Inwertsetzung einer ganzen Branche zu.

„Wir müssen mit geeigneten Kommunikationsmaßnahmen erklären, wie anziehend und vielfältig der Gartenbau ist. Ja, wie viele verschiedene Berufe entlang der Wertschöpfungskette, von Züchtung über Produktion bis Handel auf junge Menschen warten“, so Biggs. Im Vereinigten Königreich arbeiten nach den Ausführungen der Vorsitzenden der Royal Horticultural Society rund 300.000 Menschen. Die Marktteilnehmer erwirtschaften jährlich einen Umsatz von 14 Milliarden Euro.