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„Japangärten haben eine besondere Ausstrahlung der Ruhe und Harmonie“

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Mit seinem Projekt „Ruhe und Harmonie“ gewann Reinhold Borsch 2019 den TASPO Award in der Kategorie „GartenDesigner des Jahres“. Eine besondere Herausforderung bei der Umgestaltung des bereits bestehenden Gartens bestand für sein Unternehmen Koiteiche und exklusive Gärten Borsch darin, einen Höhenunterschied auszugleichen. TASPO Online sprach mit ihm über seine Arbeit.

Gewinner des TASPO Award 2019 in der Kategorie „GartenDesigner des Jahres“ mit seinem Projekt „Ruhe und Harmonie“. Foto: Borsch

Was zeichnet einen guten Gartendesigner aus?

Ein guter Gartendesigner sollte immer den Blick für das Besondere haben und ständig die Augen für neue Inspirationen geöffnet haben.

Wo finden Sie die Inspirationen für die von Ihnen gestalteten Gärten?

Bei meinen Reisen nach Japan habe ich diese Art der Gartengestaltung kennengelernt und war von Anfang an fasziniert von der Ästhetik. Ich hatte das Glück, von Gartenbaumeistern direkt vor Ort lernen zu dürfen, was einen Japangarten ausmacht.

Sie sind vor allem auf Japan-Gärten spezialisiert. Was macht die Faszination dieser Gärten für sie aus?

Japangärten haben eine ganz besondere Ausstrahlung der Ruhe und Harmonie, kombiniert mit vollendeter Ästhetik. Ein Japangarten ist immer asymmetrisch angelegt, stets nach dem Vorbild der Natur geschaffen und mit seinen typischen Elementen Wasser, Steine, Bäume und Moos bildet er eine ganze Landschaft im Miniaturformat ab. Je nach Blickwinkel eröffnen sich immer wieder neue Perspektiven und Eindrücke. Ein japanischer Garten ist deshalb auch immer ein Gesamtkunstwerk. In Japan ist der Garten übrigens eher dafür gemacht, von außen betrachtet und genossen zu werden. Der Deutsche wünscht sich aber meist einen grünen Rückzugsort, wo er leben und sich aufhalten kann. Ich interpretiere den japanischen Garten deshalb neu und verbinde traditionelle japanische Gartenkultur mit den Bedürfnissen meiner westlichen Kunden. Die Gärten, die wir in Deutschland bauen, haben zumeist einen Platz zum gemütlichen Beisammensein.

Sie bezeichnen sich auch als „Baum-Hunter“. Was war in ihrer Laufbahn bisher ihr spektakulärster Fund?

Der spektakulärste Fund war ein circa 100 Jahre alter japanischer Ahorn. Er zeichnete sich vor allem durch sein Alter und seinen außergewöhnlich Wuchs (knorrige und ineinander verwachsene Äste) aus.

Ihr Unternehmen besteht seit 1992. Welches Projekt war rückblickend bislang ihre größte Herausforderung?

Das Projekt „Ruhe und Harmonie“

Was raten Sie angehenden Gartendesignern? Haben Sie besondere Tipps und Anregungen für Nachwuchskräfte?

Angehende Gartendesigner sollten immer den Blick für das Besondere haben. Außerdem ist ein hohes Maß an Risikobereitschaft erforderlich. Man muss von der „Norm abweichen“ um erfolgreich zu sein

Was bedeutet der Gewinn des TASPO Awards in der Kategorie Gartendesigner des Jahres für ihr Unternehmen? Gab es danach spürbare Auswirkungen aufs Geschäft?

Die Auszeichnung Gartendesigner des Jahres bedeutet für mich und auch meine Mitarbeiter vor allem eine Wertschätzung unserer geleisteten Arbeit und ich bin sehr stolz darauf, diese Auszeichnung erhalten zu haben.

Gewonnen haben Sie mit Ihrem Projekt „Ruhe und Harmonie“, bei dem Sie einen vorhandenen Garten mit Koiteich umgestaltet haben. Was war das Besondere und die Schwerpunkte dieses Projekts?

Eine besondere Herausforderung war der auf dem Gelände bestehende Höhenunterschied von sechs Metern. Der Bauherr wünschte sich eine Gartengestaltung im japanischen Stil, eine Vergrößerung des Koiteichs mit moderner Filtertechnik und eine Insel im Teich, von der aus er seine Fische beobachten kann. Ich erstellte ein völlig neues Gartenkonzept mit einem 500 Kubikmeter umfassenden Koiteich. Die komplette Teichtechnik verbirgt sich unsichtbar in einem eigens hierfür erstellten Filterkeller. Natursteinmauern in unterschiedlichen Höhen fangen den Höhenunterschied ab. Die aus Bangkirai erstellte Insel erreicht man über eine asymmetrisch angelegte Brücke aus Granit. Für die Befestigung der Trittplatten erstellten wir eine Stahlkonstruktion, die bereits während der Rohbauphase im Teichboden einbetoniert wurde. Der Weg führt vorbei an einem aus Naturstein gebauten Wasserfall, der von Rhododendren und Azaleen eingebettet ist, zurück zum Wohnhaus. Aus dem Teich erheben sich eine 70 Jahre alte Eibe und eine 100 Jahre alte Kiefer, beide vollendet in Form geschnitten. Das Miteinander von Pflanzen und Steinen sorgt für eine perfekte Harmonie der gesamten Gartenanlage.

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