Alle News

Jede Neuerung birgt Unsicherheiten

Als nur natürlich bezeichnet Egon Schnoor, Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite, die Unsicherheiten, die die neuen Regelungen im Tarifvertrag für den Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau mit sich bringen. Es könnten bis zur vollständigen Umsetzung durchaus bis zu zwei Jahre vergehen! Am 21. Mai wurde in Bonn die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages erklärt. Eine feste Verpflichtung, Zusatzvereinbarungen zum Arbeitsvertrag abzuschließen, gibt es nicht, sagt Schnoor: "Vielfach besteht überhaupt kein Arbeitsvertrag", den er für beide Seiten als hilfreich ansieht, falls Probleme aufträten. Für neue Vereinbarungen ist der 1. April 2007 Stichtag. Alle nachträglichen Vereinbarungen sollen rückwirkend gelten. "Bislang hatten nur die wenigsten Zeit, sich überhaupt damit zu beschäftigen", weiß Schnoor, denn im Frühjahr haben die Landschafter Hochsaison. Deshalb hat er bislang auch nur wenig Rückmeldung über die Umsetzungspraxis. Im Großen und Ganzen seien die Arbeitgeber "begeistert", dass sie die neuen Möglichkeiten hätten, meint er, und dass Unsicherheiten bei allem Neuen auftreten, ist für ihn klar. Ab Ende Mai erwartet er eine erste Welle von Anfragen an die Geschäftsstellen der Landesverbände (und auch an den Bundesverband), denn sie stehen ausdrücklich für alle Detailfragen bereit. "Spätestens zum Winter wird der größte Teil der Mitglieder eine Regelung anstreben", sagt Schnoor, der nach seinen bisherigen Erfahrungen mit Neuerungen sogar davon ausgeht, dass eine vollständige Umsetzung in die Praxis bis zu zwei Jahre benötigen kann. Als allgemeinen Leitfaden haben die Landesverbände bereits Musterverträge rundgeschickt, die im Prinzip gleich gestaltet sind, aber sich von Land zu Land ein wenig unterscheiden. Außerdem erhielten die Mitgliedsbetriebe die Gelegenheit, sich bei diversen Veranstaltungen zum Thema zu informieren. Eine weitere Veranstaltungsreihe soll folgen. "Der Kontakt zu unseren Mitgliedern ist jetzt enger geworden", freut sich Schnoor, da sich hier einmal deutlich zeige, was der Verband alles leiste. Schnoor räumt auch ein, dass Nachbesserungen oder Überarbeitungen der neuen Regelungen denkbar sind: "Die Praxis wird es zeigen." Möglicherweise könnte die Abrechnung der Zwei-Prozent-Umlage (Sozialabgabe über EWGaLa) mit der Bundesagentur für Arbeit, die technisch gerade angelaufen ist, ein erstes Abstimmungstreffen erforderlich machen.