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JKI: Drei Sauerkirsch-Neuzüchtungen erhalten Sortenschutz

Sortenschutz erhalten haben drei neue Sauerkirschsorten, die am Julius Kühn-Institut (JKI) in Dresden gezüchtet wurden. ‘Coralin’, ‘Spinell’ und ‘Jachim’ sollen durch ihre sehr unterschiedlichen Eigenschaften bestimmte Nischen im Sauerkirschmarkt füllen, hofft JKI-Kirschzüchter Dr. Mirko Schuster. 

Ast der neuen Sorte ‘Spinell’. Foto: M. Schuster/JKI

So hat ‘Coralin’ den Angaben zufolge eine erhöhte Toleranz gegenüber Blattkrankheiten und kann sehr gut maschinell geerntet werden, weshalb sie auch gut im ökologischen Erwerbsobstbau angepflanzt werden kann.

‘Spinell’ zeichnet sich laut JKI durch einen für Sauerkirschen ungewöhnlich süßen Geschmack aus, während die Besonderheit an ‘Jachim’ ihre Wuchsform ist. Die Sorte wächst säulenartig-aufrecht und trägt die Früchte auch an Kurztrieben nah am Stamm. Dies spricht nach Angaben des JKI für einen Anbau dort, wo nicht viel Platz zur Verfügung steht, etwa im Vorgarten, auf der Dachterrasse oder dem Balkon.

„Ähnlich wie bei unseren Sorten ‘Achat’ und ‘Jade’, die bereits von Baumschulen angeboten werden, müssen die drei Neuen jetzt ihren Platz im Markt finden“, weiß Schuster aus Erfahrung. „Mit ‘Spinell’ ist jetzt die erste Sorte verfügbar, deren Früchte direkt vom Baum gegessen werden können. Der typische saure Geschmack, der einem landläufig die Gesichtszüge entgleisen lässt, wird bei dieser neuen Sorte durch einen hohen Zuckergehalt aufgefangen“, so der Züchter.

Besonderen Wert legen die Züchter am JKI auf die Widerstandsfähigkeit beziehungsweise Toleranz der neuen Sorten gegenüber Krankheiten, um langfristig den Pflanzenschutzmitteleinsatz reduzieren zu können, ohne Abstriche bei Ertrag, Geschmack und Qualität machen zu müssen.

Ausführliche Beschreibungen zu den drei neuen Sorten gibt es auf den Internetseiten des JKI. (ts/jki)