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JKI erprobt Wirksamkeit von Netzen gegen Kirschessigfliege

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Wenn Obst schon am Baum verdirbt, ist oftmals die Kirschessigfliege schuld. Um die Kulturen vor dem ursprünglich aus Asien stammenden Schädling zu schützen, haben sich vielerorts engmaschige Netze bewährt. In einer Reihe von Lehr- und Erklär-Filmen stellt das Julius Kühn-Institut (JKI) Aufwand und Verfahren des Einnetzens dar.

Kirschessigfliege legt Eier in reifenden und reifen Früchten ab

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), ein invasives Schadinsekt aus Asien, hat sich laut JKI rasend schnell in Europa ausgebreitet und kann bei nahezu allen weichschaligen Obstarten wie Kirschen, Beeren oder Pflaumen immense Schäden verursachen. Wie das JKI schildert, sind die Fliegen nämlich in der Lage, gesunde reifende und reife Früchte anzubohren und ihre Eier darin abzulegen. Die Larven ernähren sich vom Fruchtfleisch, und da sie sich sehr rasch entwickeln, fallen die Früchte bereits wenige Tage später in sich zusammen. Kein Wunder also, dass viele Obstbauern spätestens nachdem etwa die Kirschen geblüht haben und die Bäume bestäubt sind, den Zuflug von Insekten in ihren Anlagen mit Sorge beobachten und vielerorts Netze spannen, um die Früchte vor der Kirschessigfliege zu schützen. Denn engmaschige Netze (Maschenweite 0,8 mal 0,8 Millimeter) haben sich laut JKI als die bisher praktikabelste und effektivste Maßnahme gegen die Kirschessigfliege bewährt.

Demonstrationsvorhaben erprobt Wirksamkeit von Netzen

Die Wirksamkeit von Netzen zum Schutz vor dem Schädling wird vom Julius Kühn-Institut zusammen mit den Pflanzenschutzdiensten der beteiligten Länder und Obstbetrieben in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in dem Anfang 2017 gestarteten Demonstrationsvorhaben „Einnetzen von Obstkulturen zum Schutz vor der Kirschessigfliege“ (Droso-Demo-Netz) erprobt. Wie das JKI schildert, haben die Kirschbauern in diesem Jahr Foliendächer und Netze aufgebaut. In Süddeutschland mussten darüber hinaus auch frühe Heidelbeer-, Himbeer- und Brombeersorten geschützt werden. Da bei einigen Beerenarten weiterhin Blüten zu bestäuben sind, während bereits Früchte reifen, werden unter den Netzen Hummeln und andere Bestäuber gezielt eingesetzt, so das JKI.

Lehr- und Erklär-Filme auf YouTube-Kanal des JKI

Um den Aufwand und das Verfahren zu verdeutlichen, hat das JKI einen animierten Erklär-Film sowie einige weitere Kurz- und Lehr-Filme in eingenetzten Obstanlagen erstellt. Weitere Filme sind den Angaben zufolge in Arbeit. Abrufbar sind sie auf dem YouTube-Kanal des Julius Kühn-Instituts. Darüber hinaus bietet das JKI umfangreiche Informationen zur Kirschessigfliege auf dem Drosophila-Wissensportal, während weitere Informationen zu Droso-Demo-Netz auf der Projekt-Website zur Verfügung stehen.

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