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JKI: Statusbericht „Biologischer Pflanzenschutz 2013“ erschienen

Das Julius Kühn-Institut hat jetzt den Statusbericht „Biologischer Pflanzenschutz 2013“ veröffentlicht. Er enthält Schätzdaten über die Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren in den Jahren 2009 und 2010 und entstand in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der Länder. 

Unter die Lupe genommen wurde die Anwendung von zulassungspflichtigen biologischen Pflanzenschutzmitteln (Insektenviren, Bakterien, Pilze, Naturstoffe, Pheromone), Nützlingen (Insekten, Milben, Nematoden) und Pflanzenstärkungsmitteln.

„Die Anwendung biologischer Verfahren hat seit der letzten Erhebung im Jahr 2003 in einigen Bereichen deutlich zugenommen, es ist aber noch viel Luft nach oben“, so Prof. Johannes Jehle, Leiter des JKI-Instituts für Biologischen Pflanzenschutz. So würden sich die Praktiker vor allem verbesserte Verfahren wünschen, um Blattläuse und Thripse in verschiedenen Gewächshaus- und Freilandkulturen zu bekämpfen.

Die biologische Bekämpfung neu eingeschleppter, invasiver Schaderreger sei ebenfalls schwierig, da hier erst natürliche biologische Gegenspieler gefunden beziehungsweise biologische Mittel entwickelt werden müssen. Und dies dauere wegen deren hohen Selektivität oft länger als bei chemischen Mitteln mit ihrer größeren Wirkungsbreite.

Wenn biologische Mittel zugelassen werden müssen, scheitere die Einführung in die Praxis laut JKI meist an den hohen Zulassungskosten, da die Produkte aufgrund ihrer selektiven Wirkung nur für einen kleinen Markt ausgelegt sind. Offensichtlich sei aufgrund der Erfahrungen der vergangenen 20 Jahre, dass biologische Verfahren ein Mehr an Beratung benötigen und das Personal in den Betrieben entsprechend geschult werden müsse. „Hier sollten weitere Anreize geschaffen werden, dass sich diese Situation in den kommenden Jahren verbessert. Dann könnte sich der biologische Pflanzenschutz in Deutschland besser etablieren“, so das Resümee von Prof. Jehle.

Der Statusbericht kann kostenfrei auf der Website des JKI heruntergeladen werden. (ts)