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Jordan-Virus in der Bretagne entdeckt

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Das französische Landwirtschaftsministerium hat Gemüseproduzenten und Gärtner aufgerufen besonders achtsam bei ihren Tomatenpflanzen zu sein, denn auf einem Hof im Departement Finistère wurde das „Tomato brown rugose fruit virus“ (ToBRFV) nachgewiesen. Auch die Schweiz hat bereits Vorsichtsmaßnahmen ergriffen.

Kürzlich in der Bretagne aufgetaucht, ein Befall mit dem Jordan-Virus. Foto: Salvatore Davino

Behörden rufen wegen Jordan-Virus zu äußerster Vorsicht

Vor einigen Tagen veröffentlichten die französischen Regierungsbehörden eine Erklärung und riefen Gemüseanbauer und Gärtner dazu auf, äußerste Vorsicht bei Tomatenpflanzen walten zu lassen, nachdem auf einem Hof in der Bretagne im Nordwesten des Landes ein zunächst sehr starker Verdacht auf ToBRFV letztendlich bestätigt wurde. Die Behörden rufen dazu auf, sich nach dem Kontakt mit Tomatensamen, Setzlingen und Früchten unmittelbar gründlich die Hände zu waschen, um die Ausbreitung des sogenannten Jordan-Virus zu stoppen. Der befallene Betrieb wurde bis auf Weiteres geschlossen und könne erst nach der schnellstmöglichen Vernichtung der Pflanzen, sowie der Desinfektion des Geländes wieder eröffnet werden. Der Virus befalle nicht nur Tomaten, sondern könne sich auch auf Chilis und Paprika ausweiten und sei hochgradig infektiös.

Schweiz trifft Präventionsmaßnahmen vor ToBRFV

Als Vorsichtsmaßnahme reagierte die Schweiz auf den Befall im Nachbarland Frankreich. Seit Januar gelte in der Alpenrepublik das Jordan-Virus als Quarantäneorganismus und sei daher melde- und bekämpfungspflichtig. Schon ein Befallsverdacht genüge und müsse demnach zwingend dem kantonalen Pflanzenschutzdienst oder der kantonalen Fachstelle für Gemüsebau gemeldet werden.

Fälle von Jordan-Virus auch in Deutschland

Das "Tomato brown rugose fruit virus" (ToBRFV) ist auch unter dem Namen Jordan-Virus bekannt und wurde erstmals 2014 in Israel entdeckt. Im folgenden Jahr verbreitete sich der Virus dann auch in Jordanien, sowie rund ein Dutzend weiterer Länder. Es wurden Fälle in Italien, den Niederlanden, Griechenland, Großbritannien und Spanien bekannt. Auch Deutschland blieb nicht verschont. Im Januar 2019 entdeckte man die Krankheit in sieben Gewächshäusern in Nordrhein-Westfalen (TASPO Online berichtete). Kleine Abschürfungen an den Früchten genügen bereits aus, dass bei Kontakt mir Pflanzen, Händen, Werkzeugen, Kleidung, Insekten, Vögeln oder Bewässerungswasser eine Infektion verursacht wird.

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