Junge Gärtner mögen’s scharf

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Rund 150 verschiedene Chili-Sorten umfasst die Sammlung im Botanischen Garten Bochum. Foto: Junggärtner NRW

Pflanzenkunde auf die „scharfe“ Art haben junge Gärtner aus Nordrhein-Westfalen und dem Saarland im Botanischen Garten in Bochum betrieben, denn die dortige Chili-Sammlung war nicht nur zu besichtigen – Mutige durften die aromatischen Schoten auch probieren.

Zu der rund 150 verschiedene Chili-Sorten umfassenden Sammlung in Bochum gehört unter anderem auch Carolina Reaper. Und deren rote Schoten haben es in sich: Mit 2,2 Millionen Scoville – der Einheit, in der der Schärfegrad von Chilis gemessen wird – gilt Carolina Reaper als schärfste Chili der Welt und hat es sogar auf einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde gebracht.

Gärtner-Trio hegt und pflegt Bochumer Chili-Sammlung

Um sämtliche Chili-Pflanzen im Gewächshaus des Botanischen Gartens kümmern sich die Gärtner Jan Rasche, Jan Riering und Timo Riering – von der Aufzucht bis zur Ernte. Außerdem arbeiten die Gärtner stetig an der Erweiterung der erst vor wenigen Jahren begründeten Sammlung, indem sie Saatgut aus allen Teilen der Erde zusammentragen. Ein Buch, das die Chili-Gärtner über ihre Leidenschaft verfasst haben, soll demnächst in zweiter Auflage erscheinen.

Neben einer Einführung in die verschiedenen Chili-Sorten, die zur noch bis Oktober geöffneten Sammlung im Botanischen Garten Bochum gehören, luden die Zwillingsbrüder Riering die Nachwuchsgärtner zudem zu einem „Tasting“ der scharfen Schoten ein. In die schärfsten Sorten bissen allerdings nur besonders mutige Teilnehmer.

Junggärtner NRW plädieren für Erhalt Botanischer Gärten

„Unterricht sollte nicht nur im Klassenzimmer und digital stattfinden. Botanische Gärten sind wie gemacht dafür und bieten oft fachkundige Führungen an“, sagt Tobias Szczepanski, Vorsitzender Öffentlichkeitsausschuss Junggärtner NRW, der sich für den Erhalt der Lehrgärten einsetzt. Denn, so Szczepanski, „wer glaubt, diese Gärten unter dem Aspekt der Kostenersparnis schließen zu müssen, stellt auf lange Sicht eine Milchmädchenrechnung auf – zu Lasten der Bildung und der Gesundheit.“

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