Kaktus des Jahres 2018: der Erdnusskaktus

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Der Erdnusskaktus (Echinopsis chamaecereus) ist der Kaktus des Jahres 2018. Foto: Deutsche Kakteen-Gesellschaft

Der Kaktus des Jahres 2018 ist gefunden. Die Kakteen-Gesellschaften aus Deutschland und der Schweiz haben als stacheliges Aushängeschild für das kommende Jahr gemeinschaftlich den aus Amerika stammenden Erdnusskaktus (Echinopsis chamaecereus) gekürt.

Seinen volkstümlichen Namen erhielt der Kaktus des Jahres 2018 in seiner amerikanischen Heimat aufgrund seiner Triebe, deren Form und Dornenmuster an ein Bündel frisch geernteter Erdnüsse erinnern. Der „Peanut Cactus“ ist aber kein US-Bürger, sondern kommt aus dem Nordwesten Argentiniens, wo ihn der Entomologe Philippo Silvestri vor über einem Jahrhundert entdeckte.

Von Silvestris Zwergsäulenkaktus zum Erdnusskaktus

Ihm zu Ehren erhielt der Erdnusskaktus zunächst den botanischen Namen Cereus silvestrii beziehungsweise etwas später Chamaecereus silvestrii, was so viel wie Silvestris Zwergsäulenkaktus heißt. Inzwischen ist die „kleine Kaktusart, rasenförmig wachsend mit schlanken Zweigen und roten Blüten“, wie der Botaniker Carlos Spegazzini den neu entdeckten Kaktus beschrieb, als Echinopsis chamaecereus bekannt.

Was seine genaue Herkunft angeht, gibt sich der Erdnusskaktus geheimnisvoll. Bekannt von seiner Entdeckung ist heute lediglich noch, dass Silvestri die Kakteenart in einer „weitläufigen, schwer zugänglichen Gegend“ gefunden hat – eine zu vage Beschreibung, um die Kakteen in ihrer natürlichen Umgebung zu finden.

Keine weiteren Erdnusskakteen in natürlicher Umgebung gefunden

Entsprechende Versuche jedenfalls sind bis heute erfolglos geblieben. Folglich gibt es auch keine Fotos von Erdnusskakteen in freier Natur – sämtliche Abbildungen zeigen Exemplare von Kulturpflanzen. Rätselhaft bleibt auch, inwiefern heutige Erdnusskakteen der ursprünglichen Wildform entsprechen, denn die Vermehrung der Originalpflanzen wurde lange Zeit nicht dokumentiert.

Nichtsdestotrotz hat der Erdnusskaktus seit seinem Fund einen wahren „Siegeszug“ quer über den gesamten Globus angetreten. Dazu haben unter anderem seine typischen Eigenschaften beigetragen. So ist Echinopsis chamaecereus bei regelmäßigem Gießen und Düngen nicht nur pflegeleicht, er wächst zudem rasch und bildet großzügig Sprossen, die sich leicht ablösen und neu bewurzeln lassen.

Erdnusskakteen vertragen sogar leichte Minusgrade

In puncto Standort stellt der Erdnusskaktus ebenfalls keine allzu großen Ansprüche. Zwar bevorzugt er die Sonne, verträgt aber auch Halbschatten und im Winter sogar leichte Minusgrade. Überwintert der Kaktus an einem kühlen und trockenen Ort, zeigt er im folgenden Frühjahr Blüten in kräftigen Farben, die sich in Schüben bis in den Herbst hinein erneuern. Unkompliziert ist außerdem die Aussaat von Samen.

Neben den ursprünglich roten Blüten kommen heute durch Einkreuzen anderer Blütenfarben mit Ausnahme von Blau, Grün und Schwarz fast sämtliche Nuancen vor – in Abstufungen von zart pastellig bis satt oder sogar grell. Selbst Erdnusskakteen mit zweifarbigen, geflammten oder gestreiften Blüten sind seit wenigen Jahren zu finden.

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