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Glyphosat: WHO rudert bei Krebsgefahr zurück

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Von Glyphosat geht doch keine Krebsgefahr aus. Zu diesem Schluss kommt ein Fachgremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer aktuellen Einschätzung. Damit widersprechen die Forscher ihren Kollegen aus den eigenen Reihen: Die ebenfalls der WHO unterstellte IARC (International Agency for Research on Cancer) hatte das Herbizid im vergangenen Jahr als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

Ist Glyphosat krebserregend oder nicht? In dieser Frage ist sich auch die WHO nicht einig. Foto: Sternstunden/Fotolia

Wie das Fachgremium JMPR in seinem Bericht schreibt, ist es unwahrscheinlich, dass für Menschen über die Nahrungsaufnahme ein Gesundheitsrisiko durch Glyphosat besteht. „Insgesamt legen die Beweise nahe, dass Glyphosat und verwandte Produkte in Dosen von bis zu 2.000 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht bei oraler Aufnahme in den meisten Studien, die mit Säugetieren durchgeführt worden sind, zu keinerlei genotoxischen Effekten geführt haben“, so das Fachgremium.

Glyphosat: IVA begrüßt neue Einschätzung der WHO

Der Industrieverband Agrar (IVA) begrüßt diese neue Einschätzung. Sie bestätige die Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, der Fachbehörden der EU-Mitgliedsstaaten sowie der amerikanischen Umweltbehörde.

„Dass die Nachricht dennoch so hohe Wellen schlägt, liegt daran, dass die Glyphosat-Debatte zuletzt hysterisch, überdreht und in Teilen unredlich geführt wurde. Kurz vor der Entscheidung über die Verlängerung der EU-Genehmigung des Wirkstoffs ist es höchste Zeit, sie wieder zu versachlichen“, so Volker Koch-Achelpöhler, Hauptgeschäftsführer des IVA.

Eine Entscheidung über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat wird auf EU-Ebene noch in dieser Woche erwartet.