Alle News

Kampagne warnt vor Oberflächenversiegelung

, erstellt von

Mit der Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ will der europäische Baumschulverband ENA für eine grünere Stadtentwicklung werben und plädiert in diesem Zusammenhang für eine ausgewogene Gartengestaltung, statt einer Oberflächenversiegelung.

Auf versiegelten Flächen fließt Wasser bei Starkregen in die Kanalisation und geht damit im Grundwasser verloren. Foto: BdB / Pixabay

Böden unter Einfluss von Klimawandel

Die Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ wurde vom europäischen Baumschulverband ENA (European Nurserystock Association) initiiert, um gezielt kommunale Entscheider, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten sowie Garten- und Landschaftsbauer anzusprechen und für eine grüne Stadtentwicklung zu begeistern. Neben Deutschland, wo die Kampagne durch den Bund deutscher Baumschulen (BdB) vertreten ist, nehmen mit Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden insgesamt sieben Staaten an der öffentlichkeitswirksamen Kampagne teil. Da im Zuge des Klimawandels Wetterextreme immer mehr zunehmen, will man auf die Vorteile einer ausgewogenen Gartengestaltung hinweisen. Durch wochenlange Hitze- und Dürreperioden trocknen Böden stark aus und werden steinhart. Die auf die Hitze folgenden Starkregenereignisse nehmen ebenfalls zu und führen dazu, dass die Böden nicht in der Lage sind, das Wasser aufzunehmen und zu speichern. „Aber dagegen kann man vorbeugen und schon im eigenen Hausgarten sehr viel tun.“ sagt Jens Sander, Geschäftsführer der Sander Baumschulen in Tornesch. Die Lösung sei eine ausgewogene Gartengestaltung.

Dichte Bepflanzung sorgt für bessere Wasseraufnahme des Bodens

Die Empfehlung des Baumschuler Sander sieht eine schmale Kiesschicht rund um Häuser vor, durch die das Wasser besser in den Boden ablaufen könne und sich nicht am Mauerwerk staut. Großzügige Beete, sollten dann möglichst dicht mit verschiedenen Gehölzen, Stauden und Blumen bepflanzt werden, um einen lockeren und offenporigen Boden zu erhalten, der es ermöglicht, dass das Wasser schnell versickern kann und im Boden gespeichert wird. Dadurch können sich die Pflanzen über längere Zeit mit Flüssigkeit versorgen, überschüssiges Wasser versickert nach und nach ins Grundwasser. Demnach können es solch bepflanzte Beete am besten mit Starkregen aufnehmen. Eine große Rasenfläche im Garten hingegen sei nur bedingt gut geeignet, da sie stets betreten werde und der Boden darunter damit verdichtet sei und die Wasseraufnahme daher nicht so gut möglich sei. Auch bei gepflasterten Bereichen könne man durch breitere Fugen dafür sorgen, dass Wasser besser abfließen könne.

Starkregen besonders bei versiegelten Flächen problematisch

Im Garten könne man demnach mit der dichten Bepflanzung für den Wasserabfluss sorgen, doch was geschieht in Gebieten mit einem hohen Versiegelungsgrad? In Städten und Ballungsgebieten werden Flächen zu oft mit Schotter und darunterliegenden Folien versiegelt. Dadurch kann kein Wasser abfließen und wird an die Hauswände gedrückt oder fließt in die Keller. Bei Starkregen fließt das wertvolle Wasser zudem sehr schnell ab und gerät bei versiegelten Flächen direkt in die Kanalisation. Es wird somit nichts für die nächste Dürreperiode gespeichert. „Jede noch so kleine, neu angelegte Grünfläche hilft, den Wasserhaushalt zu regulieren. Zudem werden die Sommertemperaturen der Städte und Gemeinden durch die Kühlfunktion von Pflanzen wieder angenehmer und gesünder für uns alle und die Böden können das Wasser auch bei heftigen Regenfällen besser speichern. Das summiert sich einfach auf“, erklärt Sander weiter die Vorteile einer ausgewogenen Bepflanzung.

Cookie-Popup anzeigen