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Kaniber kündigt Indoor-Farm an

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Die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft war eines der Themen, die Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in ihrer Regierungserklärung in dieser Woche ansprach. Im Nachgang kündigte die Ministerin an, in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) eine neue Indoor-Farm eröffnen zu wollen.

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber kündigte an, in Bayern eine Indoor-Farm zu errichten. Foto: Judith Schmidhuber/ StMELF

Effizienter Pflanzenanbau in dicht besiedelten Zentren

Die Weltbevölkerung nimmt ständig zu, weshalb auch immer mehr Nahrungsmittel benötigt werden, die nicht mehr nur im ländlichen Bereich auf dem Acker angebaut werden können. Die Nahrungsmittelerzeugung verlagert sich zusehend in die urbanen Zentren. Die Nahrungsmittelproduktion findet beim Urban Farming daher an Hausfassaden, auf Dächern oder in ausgedienten Lagerhallen mit Hilfe von mehreren übereinander angeordneten Beeten, sogenannten „LED-Mehrlagen-Kulturräumen“ statt. Produziert werden kann somit auf engem Raum und unabhängig vom Sonnenlicht mit einem dennoch hohen Ertrag. So kann auch in dicht besiedelten urbanen Bereichen ein effizienter Pflanzenbau betrieben werden. Eine solche neue Indoor-Farm hat Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber jetzt im Zuge ihrer Regierungserklärung am Standort der LWG angekündigt, dessen Planungsphase bereits angelaufen sei.

Indoor-Farm entsteht an LWG

Schon 2019 nahm die LWG einen LED-Mehrlagen-Kulturraum in Betrieb, in dem mit einer optimierten Licht- und Wärmenutzung besonders ressourcenschonend gewirtschaftet wird. Durch ein geschlossenes System werde dort zudem der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert. Bei den Verfahren wird komplett auf Erde als Grundsubstrat verzichtet, stattdessen werden Tomaten, Gurken oder Paprika auf Substraten wie Perlit oder Kokosfaser unter immer gleichen Bedingungen kultiviert.

„Faszinierende Perspektiven, die wir im Auge behalten“

„Wenn wir an die Landwirtschaft der Zukunft denken, müssen wir offen sein für neue Konzepte. Mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) haben wir ausgewiesene Experten, die sich diesem Themenkomplex annehmen. Wir werden Möglichkeiten erarbeiten, wie unsere bayerischen Landwirtinnen und Landwirte von diesen Anbauverfahren profitieren können. Dafür richten wir eine spezielle Indoor-Farm ein“, erklärt Kaniber die Hintergründe. „Nun müssen wir Produktionsverfahren entwickeln, die diese Mehrlagen-Kulturräume effektiv mit Gewächshäusern kombinieren. Mir ist bewusst, dass diese Verfahren für viele unserer landwirtschaftlichen Betriebe aktuell neu und ungewohnt sind, aber es gibt bereits erste erfolgreiche Konzepte in der Praxis. Unabhängig von der Jahreszeit hochwertiges regionales Gemüse zu produzieren und gleichzeitig weniger Wasser zu verbrauchen, weniger Nitrat auszutragen oder Pflanzenschutzmittel anzuwenden, das sind faszinierende Perspektiven, die wir im Auge behalten sollten“, so die Ministerin.

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