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Kartoffelspindelknollenviroid testen: Was und wie genau?

Die Testung von Potato spindle tuber viroid (PSTVd) beginnt mit der Probenahme.

Nur wenigen Zierpflanzenproduzenten war die Spindelknollenkrankheit der Kartoffel, das Potato Spindle Tuber Viroid, kurz PSTVd, vor dem Herbst letzten Jahres bekannt. Erst der Nachweis an Solanum jasminoides und Brugmansia spp. zwischen September und November letzten Jahres in den Niederlanden hat eine Kaskade von Ereignissen ausgelöst und dem Schadorganismus große Bekanntheit verschafft. PSTVd ist in der EU ein gelisteter Quarantäne-Schadorganismus, der hier nicht heimisch ist. Das heißt Maßnahmen bei Befall ergeben sich aus der Pflanzenbeschauverordnung und der Richtlinie RL 2000/29/EG A1, in der der Organismus gelistet ist. Befallene Pflanzen müssen vernichtet und Befallsherde durch entsprechende Hygienemaßnahmen eingedämmt werden. Handelsbeschränkungen können ausgesprochen werden, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.

An Kartoffeln und Tomaten können schwere bis leichte Symptome in Abhängigkeit von Stamm, Sorte und Umweltbedingungen in Form von Wuchsdepressionen und Fruchtschäden auftreten. In südeuropäischen Ländern sind die "Spindelknollen" bei Kartoffeln aufgrund der dort krankheitsfördernden hohen Temperaturen gelegentlich beobachtet worden. Viele Solanaceen unter den Zierpflanzen können von dem leicht durch Kontakt übertragbaren Viroid befallen werden, ohne Symptome zu zeigen, der Erreger bleibt also latent (siehe TASPO 4/07). Bislang galt Deutschland als frei von PSTVd. Da jedoch keine flächendeckenden Testungen aller Solanaceaen durchgeführt wurden, ist die Situation derzeit unklar. Das Viroid ist in den vergangenen Monaten in vielen Beständen von Solanaceaen in den EU-Mitgliedstaaten nachgewiesen worden. Aufgrund des Risikos der weiträumigen Verbreitung von PSTVd wurde von der Biologischen Bundesanstalt (BBA) eine Leitlinie zum weiteren Vorgehen erlassen und mit der intensiven Testung der symptomlosen Pflanzenbestände in den Zierpflanzenbetrieben begonnen. Zufuhren, Vermehrungsbestände und Exporte müssen getestet werden.