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Katastrophenerlass verabschiedet: Baden-Württemberg unterstützt Unwetter-Geschädigte

Stuttgart. Wie das Baden-Württembergische Finanzministerium mitteilte, soll es steuerliche Erleichterungen für die Geschädigten der jüngsten, schweren Unwetter in Baden-Württemberg geben. Mit der Verabschiedung des so genannten Katastrophenerlasses werde die Unterstützung der Betroffenen in die Tat umgesetzt, so Finanzminister Willi Stächele.

Die Hilfe umfasse insbesondere Maßnahmen wie Steuerstundung ohne Stundungszinsen, Herabsetzung der Vorauszahlungen für Einkommen- und Körperschaftssteuer oder auch den vorübergehenden Aufschub von Vollstreckungsmaßnahmen unter Verzicht auf Säumniszuschläge. Bei Gewerbetreibenden kommen demnach Sonderabschreibungen für den Wiederaufbau von Betriebsgebäuden für die Ersatzbeschaffung und für die Ersatzbeschaffung vernichteter oder verlorengegangener Anlagegüter in Betracht. Zudem gelten, so teilt das Finanzministerium mit, bei Landwirten Sonderregelungen, wonach die Einkommensteuer unter bestimmten Voraussetzungen zum Teil sogar erlassen wird, wenn durch Unwetter Ertragsausfälle eintreten.

Wie das Finanzministerium mitteilt, stehen den Geschädigten die Finanzämter für nähere Informationen über die steuerrechtlich möglichen Hilfsmaßnahmen zur Verfügung. Die Betroffenen können ihr zuständiges Finanzamt durch entsprechende Anträge über die durch das Unwetter hervorgerufenen Belastungen informieren, damit diese in begründeten Fällen umgehend helfen können.

Wie bereits in der vergangenen Woche berichtet, ereilten einige Regionen in Baden-Württemberg schwere Unwetter. Vielerorts sind große Hagelschäden zu verzeichnen. Neben umgestürzten Bäumen, geschädigten Stromleitungen und beschädigten Hausdächern sind auch landwirtschaftliche Kulturen stark betroffen. Im Landkreis Ravensburg beispielsweise sind nach derzeitigem Stand 700 Hektar Kernobst und 70 Hektar Gemüse geschädigt. Das zentrale Schadensgebiet des Unwetters reicht in Baden-Württemberg von Konstanz über Meerburg, Ravensburg, Weingarten, Bad Waldsee, Bad Wurzbach bis nach Kirchdorf an der Iller.