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Kein Glyphosat auf öffentlichen Flächen

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Im Rheinland-Pfälzischen soll es keine Genehmigungen zum Einsatz von Glyphosat auf öffentlichen Flächen mehr geben. Umweltministerin Ulrike Höfken hat eine entsprechende Anweisung an den Pflanzenschutzdienst erteilt.

In der Rheinland-Pfalz werden keine Genehmigungen für den Einsatz von Glyphosat auf öffentlichen Flächen mehr erteilt. Foto: Fotolia jy cessay

Glyphosat: Hinweise auf Gesundheitsgefährdung häufen sich

„Die Hinweise auf eine gesundheitsschädliche Wirkung von Glyphosat verdichten sich, deshalb wollen wir den Einsatz des Mittels auf Landesebene so weit wie möglich einschränken“, erklärte Höfken heute in Mainz.

Da die Weltgesundheitsorganisation davon ausgeht, dass Glyphosat krebserregend sein könnte und eine Studie Rückstände in der Muttermilch nachgewiesen hat, sei ein solcher Schritt erforderlich. Die Durchsetzung mit Rückständen erstrecke sich zudem auf die Oberflächengewässer der Rheinland-Pfalz.
Obwohl viele Baumärkte Glyphosat aus den Regalen verbannt haben, gehört die Anwendung glyphosathaltiger Unkrautvernichter für viele Privatleute und Betriebe, trotz der angemahnten Risiken, einfach dazu.

Bisherige Abgabevorschriften haben sich nicht bewährt

„Die bisherigen Abgabevorschriften für glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel haben sich nicht bewährt. In der Praxis ist die Überwachbarkeit kaum gegeben“, erklärte Höfken. In Rheinland-Pfalz unterliege der Einsatz von Glyphosat und anderen Pflanzenschutzmitteln auf öffentlichen Freiflächen unter Genehmigungsvorbehalt.

Dies gelte nicht für land-, forstwirtschaftlich und gärtnerisch genutzte Flächen. Wie Höfken mitteilte, erteile der Pflanzenschutzdienst im Jahr rund 50 Genehmigungen zum Herbizid-Einsatz zum Beispiel auf Verkehrswegen oder auf Industrie- und Gewerbeflächen. Etwa ein Drittel der Anträge werde abgelehnt.

Zu sorgloser Einsatz von Glyphosat

„Dennoch werden diese Mittel gerade im privaten Bereich und auf öffentlichen Flächen oft viel zu sorglos eingesetzt und landen dann in der Kanalisation. Viele Menschen sind sich über die Risiken für  Gesundheit und Umwelt gar nicht bewusst.“ Dabei seien Alternativen wie das Abflammen oder Ausreißen von Unkraut leicht umsetzbar. Städte wie zum Beispiel Mainz und Schifferstadt erledigten seit Jahren ihre Aufgaben bei der Pflege von Grün- und Freiflächen auf diese umweltfreundliche Weise.
Bei der Gartenakademie des Landes können Hausbesitzer und Kleingärtner mehr zu alternativen Methoden erfahren.

Die Ministerin rät zudem, sich an die Gartenbau- und Kleingartenvereine zu wenden und dort Mitglied zu werden. Sie stehen den privaten Gärtnern mit Rat und Tat zur Seite. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz berät auch im Internet.