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Kein "Meer" an Ware, aber ein "Mehr" an Lebensqualität

Die Fachgruppe Gemüsebau im Bundesausschuss Obst und Gemüse traf sich am 18. November anlässlich der 44. Herbsttagung in Papenburg. Im Mittelpunkt standen Fachvorträge zur Gemüsemarktentwicklung sowie mögliche Chancen. Prof. Dr. Wolfgang Bokelmann von der Humboldt- Universität (HU) Berlin sagte, dass die Gestehungskosten deutlich gestiegen seien und sich keine wirkliche Tendenz zu einer Besserung bei der Preissituation abzeichne. Bokelmann bezog sich in seinem Vortrag auf die Zahlen der Gartenbauerhebung von 2005. Zwei Drittel der Gemüsebaubetriebe sind indirekt absetzende Betriebe (zum Beispiel Erzeugervereinigungen), ein Drittel vermarktet direkt. Der Gemüseanbau als auch die Flächen (Freiland) sind angestiegen. Es finde ein Verdrängungswettbewerb auf dem Gemüsemarkt statt, auch innerhalb Deutschlands. Wie Bokelmann ausführte, gebe es eine Polarisierung hin zu wenigen großen Betrieben sowie eine Verlagerung zu Spezialbetrieben.

Die Intensität der Flächennutzung in großen Betrieben ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen höher und erfolgreicher gewesen als in kleinen Betrieben. Die Anforderungen an den Service steigen. Zu der Frage, ob Betriebe es allein (in der Krise) schaffen können, sagte Bokelmann, dass es sinnvoll wäre Kooperationsgemeinschaften zu bilden. Langfristig am Markt bestehen könnten Betriebe, die eine Sortiments-/Produktdifferenzierung betreiben (Convenience, Service, Markenbildung). Nach seiner Einschätzung ist sowohl auf vertikaler als auch horizontaler Ebene im Gemüsebau Bedarf an Kooperationen und Allianzen vorhanden. Was andere Referenten wie Christian Schmidt (Behr Iberia, Spanien) oder Rudolf Deitert von der Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) aus Nürnberg zur Zukunft des Gemüseanbaus sagten, finden Sie in der TASPO 51/52.