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Kein Risiko für Florfliegen - Nützlingen scheint Genmais nichts auszumachen

An der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) haben Wissenschaftler erstmals an ausgewachsenen Florfliegen untersucht, ob sie durch Aufnahme von Bt-Maispollen geschädigt werden. Während der Maisblüte nehmen Florfliegen Maispollen auf, sie nutzen ihn als Proteinquelle. Wenn gentechnisch veränderter Bt-Mais angebaut wird, kommen diese wichtigen "Räuber" also direkt mit dem Bt-Toxin in Berührung. In dieser ersten Studie mit ausgewachsenen Florfliegen wurde 28 Tage lang Bt-Maispollen in Kombination mit einer Zuckerlösung an die Tiere verfüttert. Für die Versuche wurden Maissorten mit zwei verschiedenen Bt-Toxinen ausgewählt: Cry1Ab, auf das der Maiszünsler, ein Schmetterling, empfindlich reagiert und Cry3Bb1, das gegen den Maiswurzelbohrer, einen Käfer, wirkt. In einer zweiten Versuchsreihe wurde den Florfliegen reines Bt-Toxin in einer künstlichen Diät angeboten. Die Toxin-Konzentrationen waren hier acht- bis zehnfach höher, als sie in Maispollen zu finden sind. Als "Positivkontrolle" wurde eine Substanz aus Schneeglöckchen (GNA, Galanthus nivalis agglutinin) verfüttert, von der man weiß, dass Florfliegen empfindlich darauf reagieren. Für keinen der untersuchten Parameter in beiden Tests zeigten sich Unterschiede zwischen Bt-haltiger und konventioneller Diät. Dagegen wurde mit GNA sowohl die Dauer bis zur Eiablage, die Anzahl der abgelegten Eier, die Fruchtbarkeit als auch das Trockengewicht deutlich negativ beeinflusst. Die Autoren ziehen folgende Schlussfolgerungen:

- Florfliegen werden nicht durch Bt-Maispollen beeinträchtigt. Sie sind auch nicht empfindlich gegenüber deutlich höheren Toxinmengen als sie im Pollen zu finden sind.

- Daher wird die Aufnahme von Bt-Maispollen als unerhebliches Risiko für Florfliegen angesehen.