Alle News

Kirchliche Bestattungen nehmen ab

, erstellt von

Der Anteil katholischer und evangelischer Bestattungen in Deutschland ist nach neuesten Angaben im Jahr 2016 auf 56,5 Prozent gesunken. Das entspricht 515.013 von insgesamt 911.000 Verstorbenen, davon 243.323 katholisch und 271.690 evangelisch. Im Jahr davor betrug der Anteil kirchlicher Bestattungen noch 58,1 Prozent.

Die Zahl kirchlicher Bestattungen hat in den vergangenen Jahren konstant abgenommen. Foto: Pixabay

Religiöse Bindungen verlieren an Bedeutung

Mit dieser Entwicklung wird im Bestattungswesen ein weiterer Bedeutungsverlust religiöser Bindungen deutlich, wie die Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas mitteilt. 2014 war der Anteil mit 58,8 Prozent erstmals unter die 60-Prozent-Marke gesunken, 2003 zum ersten Mal unter 70 Prozent (69,9 Prozent). Dies ergibt sich aus Statistiken der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland, die von Aeternitas ausgewertet wurden.

Im Jahr 2000 lag der Anteil der kirchlichen Bestattungen laut den Statistiken noch bei 71,5 Prozent. Von insgesamt 838.797 Verstorbenen ließen sich zu Beginn des neuen Jahrtausends 599.829 kirchlich beerdigen – 331.218 evangelisch und 268.611 katholisch.

Weiterer Rückgang kirchlicher Bestattungen erwartet

Anders als die Evangelische Kirche in Deutschland hat die Katholische Bischofskonferenz auch schon Angaben für 2017 veröffentlicht. Demnach blieb der Wert mit 243.824 katholisch begleiteten Bestattungen stabil. Allerdings stieg die Zahl der Todesfälle im gleichen Jahr auf 933.000. Damit ist auch für 2017 insgesamt ein weiterer Rückgang des Anteils der kirchlichen Bestattungen zu erwarten.

Ebenfalls rückläufig sind traditionelle Gräber in Reih und Glied, weshalb immer mehr badische Kommunen in der Größe bis zu 15.000 Einwohnern auf ihren Friedhöfen auf gärtnergepflegte Grabfelder setzen.

Gärtnergepflegte Grabfelder immer mehr im Kommen

In Schömberg (Nordschwarzwald) etwa wurde Ende Juli ein Grabfeld in enger Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde, der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner (GBF) sowie den Gärtnereien Barth und Günthner (beide Bad Wildbad) eingeweiht. Die Anlage ist rund 150 Quadratmeter groß und bietet Platz für Erd- und Urnengräber mit individuellen Grabsteinen sowie Urnengemeinschaften und -beisetzungen am Baum mit Grabmal.

Eine weitere Entwicklung, die zu beobachten ist: Während viele Bestattungen ganz ohne Trauerfeier stattfinden, werden Abschiedsfeiern vermehrt von weltlichen Trauerrednern begleitet.