Kleiner „Leitfaden“ für die Azubi-Akquise im Gartenbau

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Interessenten für eine Ausbildung im Gartenbau haben viele Fragen. Foto: GMH

Natürlich braucht der Gartenbau auch in Corona-Zeiten Azubis und freut sich über neue Bewerber. Auch Praktika sind unter der Beachtung von Schutzmaßnahmen weiter möglich, wie etwa die Landwirtschaftskammer Niedersachsen meldet. Die Grüne Branche hat bei der Azubi-Suche in diesem Jahr auch gar nicht so schlechte Karten, weil sie in der Gunst der Verbraucher in der Krise recht weit oben steht.

Potenziellen Bewerbern die richtigen Antworten geben

Wichtig ist es aber, machte Carina-Anna Bertels, Ausbildungsplatz-Akquisiteurin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, schon im Januar im Rahmen des „Ahlemer Forums“ deutlich, dass Gartenbau-Betriebe ihren potenziellen Bewerbern die richtigen Antworten geben – und zwar oft, bevor diese überhaupt gefragt haben.

Zum einen gibt es typische Fragen, die von der Generation der Eltern kommen. Solche Fragen konnten Betriebe bisher sehr gut auf Ausbildungsmessen und persönlich beantworten, jetzt vielleicht online. Sie sind oft „kriegsentscheidend“, da die Familie in der Regel großen Einfluss auf die Berufswahl der Schulabgänger hat: Welche Aufgaben/Tätigkeiten fallen in der Ausbildung an, wie sind die Arbeitszeiten beziehungsweise fallen Überstunden und Wochenendarbeit an, was verdient man in der Ausbildung und hinterher, welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es? Aber auch solche wie „Welche Schulfächer sind wichtig, und welcher Schulabschluss wird benötigt?“, „Wird eine betriebliche Rente angeboten?“ und, ganz pragmatisch, „Wie sind Sie als Betrieb ans öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen?“ – vor allem bei Azubis unter 18 ein entscheidender Punkt.

Fragen, die sich Azubis stellen

Dazu kommen entscheidende Fragen, die nicht gestellt werden, sondern die sich Azubis selber stellen, deshalb aber umso wichtiger im Vorfeld durch einen entsprechenden Auftritt des Betriebes beantwortet werden sollten:

  • Passen die Aufgaben zu meinen Fähigkeiten und Interessen?
  • Kann ich mit dem Beruf und Betrieb in meinem sozialen Umfeld punkten?
  • Ist es ein moderner Betrieb und mit wem habe ich es zu tun?
  • Welche „Extras“ werden angeboten?
  • Werden Überstunden im Voraus angekündigt?
  • Kann ich weiterhin mein Hobby ausüben?

Social Media und Co. für die Azubi-Akquise nutzen

Gartenbau-Betriebe sollten für die Azubi-Akquise auf vielfältigste Weise Social Media und Messenger nutzen. Über YouTube lassen sich beispielsweise eine Berufsorientierung geben und eine Betriebsvorstellung zeigen. WhatsApp ermöglicht einen schnellen Erstkontakt zum Ansprechpartner. Und über Instagram bleibt man als Betrieb bei den Jugendlichen „auf dem Schirm“. Facebook dagegen ist eher ein Medium, das einen Bezug zu den Eltern herstellt, die wie gesagt für den Entscheidungsprozess extrem wichtig sind.

Die Betriebswebsite eines Unternehmens sollte laut Bertels modern und aktuell sein, unter anderem ein eingebettetes Video über den Betrieb enthalten – und im besten Fall auch eins über die Ausbildung und den Arbeitsplatz. Wichtig: Die Kategorie „Job & Ausbildung“ sollte hier auf den ersten Blick zu finden sein.

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