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Kleiner und feiner IPM-Auftritt in Dubai: Aussteller verzeichneten gute Kontakte und intensive Gespräche

Mit der IPM Dubai feiert die Messe Essen zum zweiten Mal nach China innerhalb kurzer Zeit eine Premiere. Rund 70 Hersteller aus zwölf Ländern und etwa 1 500 Fachbesucher aus knapp 53 Nationen waren aus Sicht der Messeverantwortlichen ein positiver Auftakt. Insbesondere die Internationalität der Aussteller – aus Dubai selbst nahmen fünf Firmen teil – und Besucher überraschte. Der größte Teil der Aussteller kam aus Europa. Für viele ist das Geschäft mit Ländern aus dem mittleren Osten nichts Neues, zum Teil verfügen sie über langjährige Repräsentanzen. Die meisten sind bekannte IPM-Teilnehmer, bestätigte Sabina Dillen, Direktorin Messe und Ausstellung bei der Messe Essen. „Allerdings gibt es auch einige Europäer, die wir bisher in Essen nicht gesehen haben“, sagte Dillen. Schwerpunkt des Messeangebotes waren Gartenbaubedarf sowie Substrate, dazu Technik und natürlich Pflanzen. Das deutsche Angebot vertrat in diesem Segment der Jungpflanzenanbieter Grünewald. Gefragt in Dubai sind blühende Beetpflanzen, hier bestimmten zur Zeit der IPM vor allem Petunien das Stadtbild Dubais und sorgten für blühende Farbflächen. Italien, die Niederlande und eine Gemeinschaftsbeteiligung von sechs Unternehmen aus Sri Lanka setzten ebenfalls Akzente. Mediterrane Gehölze und Palmen sind begehrt, weshalb sich italienische Baumschulen gute Marktchancen ausrechnen. Torsanlorenzo, ein Zusammenschluss von zwölf italienischen Baumschulen, trat an, um den Markt zu testen. Ganz ähnliche Ziele verfolgt die international aufgestellte Arabian Trees and Plants (Dubai). Die Partner des Großhändlers sitzen in Frankreich (Pierre Basset), Italien (Piante Faro) oder Spanien. Die dort eingekaufte Ware – sie wird ohne Erde transportiert – akklimatisiert Arabian Trees in eigenen Baumschulen vor Ort. Besonders beliebt: Palmen und Citrus. Auffälligstes Ausstellungsstück war zweifelsohne die weißlackierte Topfmaschine in Edelstahlausführung von Mayer (Heidenheim). Ein Test, ob der Sinn für Technik und Design von Autos auf Maschinen übertragbar ist. „Reges Interesse, sehr gute Kontakte“ sieht Klaus Mayer als Erfolg an. Technik „Made in Germany“ präsentierte auch Pulsfog (Überlingen), allerdings mit ein wenig Skepsis. „Unsere Geräte erfordern gut ausgebildetes und sorgfältig arbeitendes Personal“, unterstrich Ingrid Hensler. „Eine Einweisung in unsere Geräte bei der Übergabe ist obligatorisch.“ Dennoch sei es nicht so einfach, die Geräte gegen billige Arbeitskräfte mit Handspritzen durchzusetzen. Gut im Geschäft ist Pulsfog schon im Gesundheitswesen, beispielsweise in der Malaria-Bekämpfung. Im Gartenbau soll der Verkaufsprospekt in Arabisch helfen.

Eingebunden in den deutschen Gemeinschaftsstand war der Ausstellungsbeitrag des Verbandes des deutschen Blumen-Groß- und Importhandels (BGI). Versammelt darunter Unternehmen wie MPS, Thai Orchids, Agri-Rosen und Asien Cuttings, die eigentlich nichts mit Deutschland zu tun haben. Entwicklungshilfe? Matthias Bröde, beim Landwirtschaftsministerium verantwortlich für die geförderte Messebeteiligung, sah es so. „Alle Unternehmen bekommen dieselbe Unterstützung“, bestätigte er. Mitgliedsbetriebe des BGI ließen sich nicht für die Teilnahme in Dubai begeistern, Lieferanten schlossen die Lücke. Für das Messeangebot insgesamt hilfreich, das Logo „Made in Germany“ irritierte jedoch.

Erwähnt werden muss das Forschungszentrum Jülich, das sich mit Ansprechpartnern und Vorträgen zeigte. Gewächshausklimatisierung, auch mit Hilfe der auf der IPM prämierten neuen Kombination Teflonfolie/Glas war eines der Themen. Interessant die Vision, ein ganzes Gebiet transparent zu überdachen und über einen Schornstein zu klimatisieren. Durch ihn entweiche die erwärmte Luft, nicht ohne dabei über Turbinen Strom zu erzeugen. Eigene Erfahrungen im Forschungszentrum zeigten, im Kleinen funktioniert es.

Fazit: Die IPM Dubai ist ein kleiner, aber feiner Exportartikel, der für gute Stimmung unter den Ausstellern sorgte. Mehrheitlich gaben sie zu Protokoll, gute oder sehr gute, ausbaufähige Kontakte gehabt zu haben. Auch der Gemeinschaftsgedanke Indega funktioniert, wenn es beispielsweise um diegemeinsame Auslastung von Schiffscontainern geht. Wenn also die Qualität der Besucher stimmt, ist deren absolute Zahl auch nicht so entscheidend.