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Klimaschutzabkommen: „historischer Wendepunkt“

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„Zum ersten Mal machen sich alle Länder dieser Welt gemeinsam auf den Weg, den Planeten zu retten. Das ist ein historischer Wendepunkt.“ Mit diesen Worten kommentierte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks das globale Klimaschutzabkommen, auf das sich die Weltklimakonferenz in Paris geeinigt hat. Kritiker bemängeln allerdings, dass die Landwirtschaft in dem neuen Klimavertrag nicht ausreichend berücksichtigt ist.

Barbara Hendricks jubelt über den Beschluss des neuen Klimaschutzabkommens in Paris. Foto: BMUB/Sascha Hilgers

Erderwärmung auf unter zwei Grad begrenzen

Auf deutlich unter zwei Grad soll die Erderwärmung durch das am Samstag in Paris vereinbarte Klimaabkommen begrenzt werden. Mit dem 2020 in Kraft tretenden Vertrag sollen sich die Staaten zudem bemühen, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, wie das Bundesumweltministerium mitteilt.

Damit verbunden ist die konkrete Handlungsanweisung: globale Treibhausgasneutralität in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. „Das bedeutet den Abschied von fossilen Energien, also Dekarbonisierung. Das Abkommen geht aber darüber hinaus, weil es alle Treibhausgase betrifft“, so Hendricks.

21. Weltklimakonferenz: Bauernverbände mit vor Ort

Mit vor Ort bei den Verhandlungen der 21. Weltklimakonferenz (COP21) in Paris waren unter anderem auch Vertreter der Bauernverbände. Während jedoch der Deutsche Bauernverband (DBV) positiv hervorhebt, dass die Pariser Einigung für ein neues Weltklimaabkommen die besondere Rolle der Landwirtschaft anerkenne, äußerte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Kritik.

„Es ist erschreckend, dass die Landwirtschaft in Paris nicht mehr als eine Randnotiz war und im Klimavertrag nicht vorkommt – und das, obwohl sie in drei verschiedenen Rollen eine Schlüsselposition hat“, bemängelt der BÖLW-Vorsitzende Dr. Felix Prinz zu Löwenstein. So sei die Landwirtschaft nicht nur prominentes Opfer der globalen Erwärmung, wie sich am Beispiel von Syrien aktuell zeige.

Landwirtschaft Klima-Opfer und -Täter zugleich

Mit einem Drittel der Treibhausgaserzeugung sei die Landwirtschaft Löwenstein zufolge gleichzeitig Klima-Täter. „Und durch das Potenzial gesunder Böden, Kohlenstoff zu binden, könnte eine klimafreundliche Landwirtschaft drittens auch zur Lösung der Klimakrise beitragen – wenn die Zerstörung fruchtbarer Böden gestoppt und stattdessen Humus aufgebaut wird“, so der BÖLW-Vorsitzende.

Weitermachen wie bisher führe in die Katastrophe, warnt Löwenstein daher. „Den Kampf gegen die Klimakrise können wir nur gewinnen, wenn wir die Landwirtschaft weltweit auf regenerative Methoden ausrichten, wie sie im Ökologischen Landbau entwickelt werden. Nur eine regenerative Landwirtschaft kann den Kohlenstoff aus der Atmosphäre holen und wesentlich dazu beitragen, dass dessen Konzentration wieder auf ein erträgliches Maß absinkt.“