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Klimastabile Wälder: Bayern fördert Forschungsprojekte

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Bayern will in diesem Jahr insgesamt zehn neue Forschungsvorhaben fördern, die sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder und klimastabilen Baumarten befassen. Über drei Millionen Euro stellt das bayerische Landwirtschaftsministerium dafür zur Verfügung, wovon etwa die Hälfte aus der Klimaschutzoffensive des Freistaats stammt.

Um Bayerns Wälder auch in Zukunft zu erhalten, will die Landesregierung in ausgewählte Forschungsprojekte investieren. Foto: Felix Mittermeier/Pixabay

Kaniber: „Bedingungen für unsere Wälder ändern sich dramatisch“

„Wir starten 2021 neue forstliche Forschungsvorhaben. Denn wir brauchen dringend weitere Erkenntnisse zur Wahl der Baumarten, die dem Klimawandel standhalten. Die Bedingungen für unsere Wälder ändern sich nämlich dramatisch: Mancherorts müssen wir schon heute neue, unbekannte Wege bei der Begründung einer neuen Waldgeneration gehen“, erklärt Bayerns Landwirtschafts- und Forstministerin Michaela Kaniber. Denn der Klimawandel setze den Wäldern im Freistaat zu, weshalb für deren Erhalt eine Ausweitung der Forschungsaktivitäten notwendig sei.

Aus der Antragsrunde 2020 sollen nun insgesamt zehn wissenschaftliche Forstprojekte gefördert werden. Vier davon befassen sich nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit dem Anbaurisiko klimastabiler Baumarten und neuen Herkünften, wobei unter anderem „das einzigartige bayerische Standortinformationssystem weiterentwickelt und die Eignung mediterraner Eichenarten in Süddeutschland, zum Beispiel der Flaumeiche, bewertet“ werden soll. Untersucht werden sollen darüber hinaus die Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Trockenstress, die neuartige Ahorn-Rußrindenkrankheit sowie der Klimawandel im Gebirgswald.

Forschungsergebnisse sollen Bayerns Waldbesitzern zugute kommen

Weitere Vorhaben beschäftigen sich dem Ministerium zufolge mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Insekten und Bodenlebewesen im Wald. Die Ergebnisse aller geförderten Forschungsprojekte, die in einem zweistufigen Verfahren unter Beteiligung des Kuratoriums für forstliche Forschung ausgewählt wurden, sollen demnach in die Beratung der bayerischen Waldbesitzer einfließen. „Auch unter den geänderten Rahmenbedingungen wollen wir Perspektiven für eine zukunftsgerichtete Waldbewirtschaftung aufzeigen. Dabei unterstützen wir die Waldbesitzer zudem seit Februar 2020 mit deutlich verbesserten und attraktiven Fördersätzen“, so Kaniber.

Übersicht der geförderten Forschungsprojekte

Die folgenden forstlichen Forschungsvorhaben – jeweils mit Projekttitel und Antragsteller – wurden für die Förderung ausgewählt:

  • Überarbeitung des klimatischen Anbaurisikos für 32 Baumarten innerhalb des Bayerischen Standortinformationssystems BaSIS (Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft)
  • Anbaurisiko und Ansprüche an Böden alternativer Baumarten mit geringer Datengrundlage (Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft)
  • Wie anpassungsfähig sind Bäume und Bestände im Hinblick auf Trockenstress? (Technische Universität München)
  • Bewertung der Anbaueignung von Herkünften der drei mediterranen Eichenarten Flaumeiche‚ Ungarische Eiche und Zerr-Eiche in Süddeutschland (Amt für Waldgenetik)
  • Überarbeitung von Herkunftsempfehlungen und -gebieten sowie Verbesserung der Erntebasis für die Baumarten Spitz-Ahorn, Hainbuche und Sommer-Linde auf genetischer Grundlage (Amt für Waldgenetik)
  • Gefährdungsabschätzung zur Gattung Ahorn im Zusammenhang mit der Rußrindenkrankheit in Bayern (Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft)
  • Auswirkungen des Klimawandels auf Diversität und Struktur von Gebirgswäldern im Bayerischen Alpenraum (Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft)
  • Erarbeitung, Umsetzung und Evaluierung von wildökologischen Zonierungskonzepten (Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft)
  • Pilotstudie zur Etablierung eines Insekten-Monitorings an den bayerischen Waldklimastationen (Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft)
  • Wiederholung bodenzoologischer Untersuchungen auf bayerischen Waldboden-Dauerbeobachtungsflächen (Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft)
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