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Kommentar: Temperaturen hoch – Preise hoch?

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Aufgrund der extremen Trockenheit, die einen Wachstumsstopp der Pflanzen und viele Ernteausfälle zur Folge hat, werden für Obst und Gemüse im Herbst bereits Preiserhöhungen erwartet. Aber auch für Gehölze müssten die Preise steigen. Ein Kommentar von Therese Backhaus-Cysyk.

„Die Preise müssen zur Herbstsaison aufgrund mangelnder Ware, aber steigender Nachfrage, auf jeden Fall ansteigen“, findet Therese Backhaus-Cysyk, Dipl.-Ing. Gartenbau, gelernte Zierpflanzen-Gärtnerin und langjährige TASPO-Journalistin. Foto: privat

Sorgen um gärtnerische Kulturen halten an

Laut Wettervorhersagen liegen die heißesten Tage des Jahres hinter uns. Endlich, werden die meisten von uns sagen. Sorgten in manchen Gegenden kurzzeitig Gewitter und Regenschauer für die ersehnte Abkühlung, so sind die Sorgen um die gärtnerischen Kulturen noch nicht vorbei.

Es könnte trocken bleiben, sollte die 46-Tage-Prognose des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) recht behalten: Laut dieser Vorhersage wird sich die Dürre in Deutschland „bis Mitte September laufend verschärfen“.

Massive Schäden in allen gärtnerischen Kulturen

Fakt ist auf jeden Fall, dass Trockenheit und Hitze bereits jetzt für Qualitätsverluste, geringeren Ernteertrag oder gar massive Schäden gesorgt haben – und das in allen gärtnerischen Sparten, ganz gleich, ob die Produzenten ihre Kulturen bewässern konnten oder nicht.

Beispiel Tomaten: Durch die anhaltende Hitze wurde die gesamte Fruchtentwicklung stark reduziert. Tomaten zeigten Blüten-Endfäule, braune Flecken am Stielansatz oder platzten in der Hitze. Frisches Obst und Gemüse soll im Herbst schätzungsweise bis zu 50 Prozent teurer werden. Die Preise werden sich damit am Prozentsatz der Ernteausfälle orientieren.

Gehölze: Hitzestress bremst Wachstum

Beispiel Kartoffeln: Schon jetzt rechnen die Produzenten mit über 20 Prozent Ertragsminderung in diesem Jahr. Kartoffeln werden damit auf jeden Fall teurer. Das gelte auch für verarbeitete Produkte wie Chips oder Pommes, für die große Knollen benötigt werden.

Beispiel Gehölze: Hitzestress bremste trotz Bewässerung nicht nur das Wachstum der in diesem Frühjahr mancherorts ohnehin zurückgefahrenen Aufschulungen und Pflanzenbestände. Auch Düngergaben in Baumschul- oder Weihnachtsbaumquartieren konnten sich mangels Wasser noch nicht richtig im Boden verteilen.

Steigende Nachfrage, aber mangelnde Ware

Preistreiber sind nicht nur Trockenschäden, sondern auch bei der Bewässerung ein viel höherer Aufwand für Personal, Wasser und Energie, etwa der Pumpen. Angesichts vieler Dürreschäden oder –ausfälle – gerade bei jungen Gehölzen in Stadt, Land, Forst – ist zudem von einer steigenden, teilweise nicht zu deckenden Nachfrage auszugehen.

Was bleibt zu tun? Ganz gleich, ob es Subventionen geben wird oder nicht: Die Preise müssen zur Herbstsaison aufgrund mangelnder Ware, aber steigender Nachfrage, auf jeden Fall ansteigen. Und wer noch über Investitionen nachdenkt, für den macht sicherlich alles rund um das Thema Bewässerung einen Sinn.